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This paper takes a practical approach to developing 2D, flat, sheet brass bell patterns for brasswind instruments, as taught at the Imperial and Royal Musical Instrument-Making School in Graslitz. This study includes a geometric analysis of 23 functional flat sheet brass bell patterns and their corresponding mandrels from the collection at the Bundesfachschule für Musikinstrumentenbau Ludwigsburg. These results were compared with two 1920s drawings by Max Rölz, which provided essential insights into the method used. Our analysis demonstrates that the Graslitz Method offers a reliable framework for creating bell patterns. However, it still requires empirical work and trial-and-error adjustments. Despite its limitations, the Graslitz Method remains a valuable tool in contemporary brasswind instrument-making.
Der öffentliche Raum gilt als zentraler Ort gesellschaftlicher Begegnung und Teilhabe, welcher frei zugänglich, inklusiv ist und Möglichkeiten des Mitgestaltens bietet. In der Praxis wird er jedoch zunehmend durch bauliche Maßnahmen der "defensiven Architektur" eingeschränkt. Elemente wie Sitzbank-Trennungen, Zäune oder Gitter sollen bestimmte Nutzungsformen verhindern und verdrängen insbesondere wohnungslose Menschen sowie Personen, die sich länger im öffentlichen Raum aufhalten möchten. Dadurch wird der öffentliche Raum immer stärker kontrolliert und reguliert, was Fragen nach seiner tatsächlichen Offenheit und Gemeinschaftsfunktion aufwirft.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung öffentlicher Räume. Dabei werden typische Gestaltungselemente analysiert und auf die psychologischen Auswirkungen auf den Menschen eingegangen. Gleichzeitig gibt es Ausblick auf alternative Ansätze, wie partizipative Stadtgestaltung und Bürgerbeteiligung und warum Konzepte wie das „Recht auf Stadt“ weiterhin von Bedeutung sind.
Beton und Asphalt verdrängen in Städten zunehmend Boden und Pflanzen und damit auch die Lebensgrundlage für ein gesundes urbanes Klima. Diese Arbeit untersucht, wie Natur trotz steigender CO₂-Emissionen und zunehmender urbaner Wärmeinseln wieder Teil der gebauten Stadt werden kann und zeigt anhand von Beispielen wie dem Bosco Verticale in Mailand, welches Potenzial Stadtbegrünung für Klima und Lebensqualität bereits heute hat.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf Kryptogamen wie Moosen und Flechten, die sich auf urbanen Oberflächen ansiedeln. Obwohl sie ökologisch und klimatisch wertvoll sind, werden sie kulturell häufig als Schmutz wahrgenommen und gezielt entfernt. Die Arbeit zeigt anhand biorezeptiver Materialien und Systeme, wie Architektur stattdessen so gestaltet werden kann, dass diese Organismen bewusst gefördert statt verdrängt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Nahrungsmittelanbau an Gebäuden. Anhand von Beispielen für vertikales und rooftop Farming wird gebäudeintegrierter Anbau als Antwort auf die Notwendigkeit urbaner Lebensmittelproduktion vorgestellt. Textile Substrate erweisen sich dabei als vielversprechende Wachstumsträger.
Zusammen zeigen die Themen, dass Natur in der Stadt kein Widerspruch zum gebauten Raum ist, sondern ein gestalterisches Material mit eigenem Zukunftspotenzial, das bisher zu wenig genutzt wird.
Eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie textile Prinzipien wie Modularität, Rapport und Kreislauffähigkeit auf das Bauen übertragen werden können und welches Potenzial sich daraus für eine zukunftsfähige Baukultur ergibt. Ausgehend von Gottfried Sempers Bekleidungstheorie, die das Textile als Ursprung der Architektur beschreibt, wird der historische und theoretische Zusammenhang zwischen textilem Denken und Raumbildung untersucht. Die Arbeit zeigt, dass traditionelle Bauweisen mit natürlichen Materialien wie Lehm, Stroh und Holz einer Logik der Erneuerbarkeit, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit folgen, die enge Resonanzen zu textilen Praktiken aufweist. Darüber hinaus werden aktuelle Forschungsansätze zu natürlichen Faserstoffen und Verbundmaterialien im Bauwesen beleuchtet und ihr Potenzial für eine ökologische Materialwende diskutiert. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Rückkehr zu textilen Prinzipien im Bauen kein Rückschritt ist, sondern ein zukunftsfähiges Denkmodell, das konkrete Antworten auf die ökologischen und materiellen Herausforderungen des zeitgenössischen Bauens bieten kann.
Die Arbeit „GANZ SCHÖN HÄSSLICH – Der ambivalente Blick auf weibliche Schönheit“ setzt sich kritisch mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen und Geschlechterrollen auseinander. Anhand von Kunstgeschichte und Textildesign wird untersucht, wie Körperbilder damals wie heute geformt und kontrolliert werden.
Im Mittelpunkt steht der Widerspruch moderner Schönheits- und Optimierungszwänge. Die Arbeit zeigt, wie das langsame, echte Handwerk als greifbarer Widerstand gegen diese Zwänge dient, während gleichzeitig soziale Medien genutzt werden, um gemeinsamen Protest zu organisieren.
Die Bachelorarbeit untersucht Tätowierungen als kulturhistorisches und gesellschaftliches Phänomen. Anhand verschiedener Beispiele – von den Marquesas-Inseln über Japan, die Französische Revolution und die DDR bis in die Gegenwart – wird gezeigt, dass Tätowierungen weit mehr als ein Modetrend sind. Sie dienen als Ausdruck von Identität, Zugehörigkeit und kultureller Tradition.
Auf Grundlage dieser historischen Betrachtung entwickelt die Arbeit zudem ein Zukunftsszenario, das sich an den Prognosen des 'Club of Rome' orientiert. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Tätowierungen unter zukünftigen klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen einnehmen könnten.
Hand.Werk. - Entwicklung eines handwerklich gestalterischen Vorkurses für zukünftige Studierende
(2026)
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Anforderungen ein handwerklich orientiertes Vorstudium unter den Bedingungen zeitgenössischer Designausbildung erfüllen muss und entwickelt auf dieser Grundlage ein eigenes Vorkursmodell. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass handwerkliche Praxis eine unverzichtbare Grundlage gestalterischen Denkens bildet, ihre Vermittlung jedoch aus dem Studium herausgelöst werden kann, um Raum für komplexere Kompetenzen wie kritisches Denken, Reflexion und systemisches Arbeiten zu schaffen. Der entwickelte Ansatz versteht Handwerk dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Methode, um Gestaltung als experimentellen, vernetzenden und gesellschaftlich wirksamen Prozess zu begreifen.
Die Arbeit untersucht, warum Besteck zugleich funktionales Urwerkzeug und bewusstes Designobjekt sein kann. Anhand der mitteleuropäischen Besteckkultur und der Theorien von Flusser, Norman und Heidegger zeigt sie, dass diese Dualität nicht im Gegenstand selbst liegt, sondern im Verhältnis zwischen Mensch und Gegenstand: Ob Besteck als Werkzeug verschwindet oder als Designobjekt hervortritt, entscheidet der Kontext und die Haltung des Benutzers.
Die Arbeit analysiert klassische Gestaltungsprinzipien des Bauhauses sowie die Potenziale des Makro-3D-Drucks im Möbeldesign. Der im Rahmen der Arbeit entstandene Möbelentwurf formuliert eine mögliche Antwort auf die Frage, wie Bauhäusler diese innovative Fertigungsmethode für ihre gestalterischen und konstruktiven Ansätze genutzt hätten.
Denken in Bilder
(2026)
Der Zaun
(2026)
Zäune prägen den Straßenraum – und werden selten bewusst gestaltet. Diese Arbeit fragt, ob ein Zaun trennen muss oder zur Schwelle werden kann. Simmel und Gehl liefern die Theorie, eine Fotodokumentation im Erzgebirge die Empirie. Drei Prototypen aus Lärchenholz geben die gebaute Antwort: Trennung ist eine Entscheidung – und eine gestaltbare.
Diese Bachelorthesis untersucht die Konzertkleidung klassischer Musiker*innen mit Fokus auf der historischen Herleitung, Funktionalität und Ästhetik. Eine Umfrage und Gespräche mit Musiker*innen zeigen individuelle Perspektiven zum Thema. Die Kleidung der Zupforchester und deren funktionelle Probleme werden gesondert betrachtet und nach Lösungsvorschlägen gesucht.
Der Körper jenseits der Norm
(2026)
Diese Arbeit befasst sich mit der Organisation von Unterweisungen im Rahmen des Arbeitsschutzes und der Rolle von Führungskräften im Unterweisungsprozess. Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Konzeptes zur systematischen und nachhaltigen Organisation von Unterweisungen.
Hierzu wurden zunächst die relevanten rechtlichen Grundlagen betrachtet, sowie die grundlegenden Anforderungen an Unterweisungen. Anschließend wird auf Basis der Analyse der Unterweisungsorganisation ein Konzept entwickelt, das die Unterweisungen systematisch organisieren soll und die Führungskräfte bei der Ausübung ihrer Verantwortung im Rahmen des Unterweisungsprozesses unterstützen soll.
Die Elektrifizierung gewinnt insbesondere in den Bereichen Mobilität und Wärmeversorgung zunehmend an Bedeutung. Der damit verbundene steigende Leistungsbedarf muss durch leistungsfähige Energieversorgungsnetze abgesichert werden, wodurch sich für die zuständigen Netzbetreiber erhebliche Herausforderungen ergeben.
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Netzausbaustrategie für das Mittelspannungsnetz der Zwickauer Energieversorgung. Hierzu wurde zunächst das bestehende Netz in Zwickau hinsichtlich seiner Übertragungskapazitäten und vorhandenen Leistungsreserven analysiert. Auf Grundlage eines wahrscheinlichen sowie eines Worst-Case-Lastszenarios bis zum Jahr 2045 wurden verschiedene Ausbauvarianten für das Mittelspannungsnetz erarbeitet. Im Anschluss daran erfolgte die Auswahl einer Vorzugsvariante.
Ergebnis der Diplomarbeit ist eine darauf basierende Ausbaustrategie bis zum Jahr 2045 einschließlich einer Zusammenstellung der Investitionskosten für die erforderlichen Netzmaßnahmen.
Theoretischer
Hintergrund: Die vorliegende Bachelorarbeit untersuchte die Entwicklungen der stationären Versorgungsstrukturen der Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin des HBK in Zwickau im Zeitraum von 2015 bis 2025. Das Ziel war die Überprüfung von Veränderungen der stationären Leistungserbringung im Hinblick einer Leistungsverdichtung anhand von Routinedaten. Dabei wurden die Fallzahl, die durchschnittliche Fallschwere anhand des CMI, die VWD sowie die demografische und diagnostische Zusammensetzung des Patientenkollektivs betrachtet.
Methodik:
Insgesamt umfasste die Auswertung 13.549 stationäre Fälle aus den Fachrichtungen Unfallchirurgie und Geriatrie. Die Daten wurden aus dem Krankenhauscontrolling bereitgestellt, in Microsoft Excel aufbereitet und mit IBM SPSS Statistics deskriptiv sowie bivariat ausgewertet. Zusätzlich zu den Leistungskennzahlen wurden Alter, Geschlecht, Diagnosegruppen, Relativgewicht, der Anteil kurzer Verweildauern, Multifälle und die Fachrichtung bei Entlassung berücksichtig.
With the publication of the DIN EN ISO 21920 series of standards, the standardization framework governing surface texture measurement using the profile method has undergone extensive revision, and some of the standards on which the existing laboratory exercise was based have been superseded. Therefore, the existing laboratory exercise in surface measurement needs to be updated in accordance with the current standards.
First, this thesis systematically compares the main changes relevant to the laboratory exercise between the previous standards and the DIN EN ISO 21920 series. It then analyzes the shortcomings of the existing exercise in terms of compliance with the applicable standards, measurement content, and learning objectives, and derives the requirements for updating the exercise on this basis. Secondly, the suitability of the existing test specimens was assessed. Based on this assessment, experimental elements and measurement tasks addressing the main changes in the standards were designed.
The designed laboratory exercise covers the revised parameter classification and graphical symbols specified in DIN EN ISO 21920, as well as several important aspects of measurement planning and result evaluation. This enables the experiment to clearly demonstrate the differences between the old and new standards, rather than being limited to a theoretical understanding of the standard requirements.
Finally, this thesis develops a laboratory exercise in surface measurement that is based on DIN EN ISO 21920, validated through measurements, and suitable for use in teaching. The exercise helps students understand how the requirements specified in the standards affect measurement planning, parameter selection, and the evaluation of surface profiles. It also develops their ability to independently plan and evaluate surface measurement tasks in accordance with the current standards.
The growing availability of customer and market data, together with advances in data analytics and artificial intelligence (AI), is transforming how manufacturing firms organize marketing. Drawing on a management innovation perspective, this study develops a process theory explaining how manufacturing firms progressively become data-centric through the continuous innovation of marketing practices. We employ an embedded longitudinal case study of a European manufacturing SME, Industrial Corp., and examine 16 data-centric marketing practices as embedded units of analysis. Our findings show that data-centric marketing evolves through three cumulative phases: data-enabled marketing practices, analytics-driven marketing practices, and integrated customer intelligence practices. A distinct innovation process characterizes each phase: adopt–implement–refine, explore–experiment–scale, and reframe–integrate–institutionalize—and by evolving configurations of internal and external change agents. As complementary bundles of marketing practices accumulate and become institutionalized, they progressively strengthen operational, dynamic, and transformational marketing capabilities, enabling increasingly sophisticated operational, strategic, and enterprise-wide marketing decisions. By integrating the management innovation, marketing practice, and marketing capability literatures, this study explains how manufacturing firms transform customer and market data into sustained marketing capabilities through the continuous innovation of marketing practices. The findings also provide managers with a process model for systematically developing data-centric marketing practices and capabilities.
Die Deutsch-Französische Hochschule: Glückliche Mitarbeiter brauchen keine Rechtsschutzmöglichkeit
(2025)
Die vorliegende Studie untersucht die sozialen Konsequenzen zunehmender Kriminalität in Guayaquil, Ecuador, und deren Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Stadt. Vor dem Hintergrund eines anhaltenden Anstiegs von Gewalt- und Eigentumsdelikten analysiert die Arbeit, wie Kriminalität Sicherheitswahrnehmungen, soziale Vertrauensstrukturen und alltägliche Handlungspraktiken der Bevölkerung beeinflusst. Ziel ist es, Kriminalität als strukturierenden Faktor sozialer Interaktionen im städtischen Kontext zu begreifen.
Die empirische Grundlage bildet eine qualitative Untersuchung, die auf vier leitfadengestützten Interviews mit Personen unterschiedlicher sozialer Lagen, Altersgruppen und Wohnsituationen basiert. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Die Ergebnisse zeigen, dass Kriminalität zu einer verstärkten subjektiven Unsicherheitswahrnehmung, zu sozialem Rückzug sowie zu generalisiertem Misstrauen gegenüber Fremden und staatlichen Institutionen führt. Zudem lassen sich geschlechts- und schichtspezifische Unterschiede im Umgang mit Kriminalität identifizieren.
Einleitung: Die vorliegende Arbeit untersucht die Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber der elektronischen Patientenakte (ePA). Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Faktoren die Einstellung zur ePA beeinflussen und inwieweit sich die Antworten hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bildungsabschluss unterscheiden. Betrachtet wurden insbesondere der subjektive Informationsstand, der wahrgenommene Nutzen, das Vertrauen in die sichere Verwaltung der Gesundheitsdaten, mögliche Datenschutzbedenken sowie die Bereitschaft zur zukünftigen beziehungsweise weiteren Nutzung der ePA.
Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine quantitative Querschnittsuntersuchung in Form einer standardisierten Online-Befragung durchgeführt. Der Fragebogen erfasste den Informationsstand, bisherige Nutzung, Akzeptanz, Nutzungsbereitschaft, Hindernisse sowie Vertrauen und Informationsbedarf. In die Auswertung wurden 44 vollständig ausgefüllte Fragebögen einbezogen. Die Auswertung erfolgte zunächst deskriptiv anhand von Häufigkeiten, Prozentwerten und grafischen Darstellungen. Die ordinal skalierten Items wurden anschließend mithilfe nichtparametrischer Verfahren ausgewertet.
Ergebnisse: Die ePA wird grundsätzlich positiv bewertet, da die Mehrheit sie für sinnvoll hält, einen Nutzen für das Gesundheitswesen sieht und die digitale Bündelung von Gesundheitsdaten befürwortet. Gleichzeitig nutzen nur 25,0% der Befragten die ePA bereits. Der Informationsstand ist begrenzt, viele Befragte fühlen sich unzureichend informiert, wünschen sich aber mehr Informationen. Die inferenzstatistische Analyse zeigt signifikante Altersunterschiede bei der Nutzungsbereitschaft, der Bereitschaft zur Datenhinterlegung und der Wahrnehmung des Nutzens für das Gesundheitswesen. Zwischen den Geschlechtern zeigte sich lediglich bei der zukünftigen beziehungsweise weiteren Nutzung ein signifikanter Unterschied.
Diskussion: Zusammenfassend ergibt sich ein grundsätzlich positives, zugleich aber noch nicht vollständig gefestigtes Bild der Akzeptanz. Die ePA wird überwiegend als sinnvoll und für das Gesundheitswesen nützlich angesehen, ihre tatsächliche Nutzung wird jedoch durch Informationsdefizite, Datenschutzbedenken und einen teilweise unklaren persönlichen Nutzen begrenzt. Die Untersuchung verdeutlicht damit, dass die technische Verfügbarkeit der ePA allein nicht ausreicht, um eine breite Nutzung sicherzustellen.
Die fortschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens birgt insbesondere in der ambulanten Patientenversorgung Chancen zur Verbesserung administrativer Abläufe und zur Entlastung des medizinischen Personals. Diese Bachelorarbeit hatte die Zielsetzung, digitale Lösungen zu untersuchen und zu bewerten, die eine Verbesserung der Terminvergabe, der telefonischen Erreichbarkeit und der Patientenkommunikation in der HBK-Poliklinik bieten. Außerdem sollten geeignete Anbieter für eine mögliche Implementierung identifiziert werden.
Um dies zu erreichen, wurde zuerst eine Ist-Analyse der derzeitigen organisatorischen Abläufe vorgenommen. Die Anforderungen und Erfahrungen der Mitarbeitenden sowie der Patientinnen und Patienten wurden durch leitfadengestützte und standardisierte Befragungen erfasst und sowohl qualitativ als auch quantitativ-deskriptiv analysiert. Basierend auf den Ergebnissen und unter Berücksichtigung des NASSS-Frameworks wurden Bewertungskriterien erstellt und eine systematische Gegenüberstellung ausgewählter Anbieter von Online-Terminvergabe und KI-gestützter Telefonassistenz vorgenommen.
Die Ergebnisse weisen vor allem im Bereich der telefonischen Kommunikation auf ein bedeutendes Digitalisierungspotenzial hin. In mehreren Fachbereichen kommt es aufgrund der hohen Zahl eingehender Anrufe zu Arbeitsunterbrechungen. Gleichzeitig erwarten Patientinnen und Patienten vor allem eine verbesserte Erreichbarkeit und schnellere
Terminvergaben durch digitale Angebote. Zugleich variieren die Anforderungen zwischen den Fachbereichen deutlich. Vor allem medizinische Vorabklärungen schränken die Optionen für eine vollautomatisierte Terminvergabe ein. Medatixx x.webtermin ist aufgrund der direkten Integration in das bereits verwendete Praxisverwaltungssystem x.vianova besonders geeignet für die Online-Terminvergabe. Auch im Bereich der KI-gestützten Telefonassistenz gibt es Möglichkeiten, standardisierbare Anliegen zu automatisieren.
Es wird insgesamt ein hybrider, schrittweiser Ansatz zur Digitalisierung empfohlen. Digitale Lösungen sollten die bestehenden Kommunikationswege ergänzen und administrativ standardisierbare Abläufe übernehmen, während qualifizierte Mitarbeitende weiterhin komplexe medizinische und persönliche Anliegen bearbeiten. Für eine erfolgreiche Implementierung sind neben dem Funktionsumfang insbesondere die Integrationsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Datenschutz, Wirtschaftlichkeit und die Akzeptanz der beteiligten Nutzergruppen entscheidend.
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht empirisch, ob ein Wechsel der JavaScript-Runtime die Build-Zeit einer statischen Website verkürzen kann. Ausgangsprojekt ist die Webseite der Solactive AG, die im Februar 2026 live geschaltet wurde und auf dem Astro-Framework unter Node.js basiert. Der Build-Prozess von mehr als 63.770 statisch generierten Seiten dauert unter Node.js etwa zehn Minuten.
Um diese Build-Zeit zu verkürzen, wurde das bestehende Node.js-Projekt auf die moderneren Runtimes Bun und Deno migriert. Anschließend wurde die Build-Zeit für jede Runtime in 80 Durchläufen unter identischen Bedingungen gemessen und mit 95-%-Konfidenzintervallen statistisch ausgewertet. Das Ergebnis zeigte, dass die Build-Zeit mit Bun und Deno zwar geringer ausfiel, der Zeitgewinn von durchschnittlich rund 33,66 Sekunden den Migrationsaufwand allerdings nicht rechtfertigt.
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Spatial Computing‐assistierten Thoraxpunktionstrainings mit der Datenbrille Apple Vision Pro. Ziel der Arbeit war es, ein bereits bestehendes System zur Punktion eines Pneumothorax um das Krankheitsbild des Hämatothorax zu erweitern und dieses System zu evaluieren.
Dazu erfolgte eine Weiterentwicklung des physischen Thoraxmodells, indem linksseitige Punktionsstellen ergänzt wurden. Dieses Modell wurde mittels Pulverbett‐Verfahren 3D‐gedruckt und mit einer Silikonoberfläche als Haut versehen. Zusätzlich wurden die relevanten anatomischen und pathologischen Strukturen aus einem CT-Datensatz segmentiert, in einem Konstruktionsprogramm überlagert und in die Apple Vision Pro integriert, sodass die Thoraxpunktion mit der Datenbrille Spatial Computing‐assistiert durchgeführt werden konnte. Die Evaluation des Systems erfolgte mit 15 Auszubildenden zum Notfallsanitäter, die das Trainingsmodell testeten und anschließend mithilfe eines Fragebogens bewerteten.
Die Ergebnisse zeigen eine insgesamt positive Einschätzung hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit, anatomischer Darstellung, Überlagerungsqualität und der Simulation der Thoraxpunktion.
Positiv bewertet wurde außerdem der Nutzen des Systems für Ausbildung und Training. Gleichzeitig wurden technische und methodische Optimierungsmöglichkeiten deutlich, die für eine Weiterentwicklung des Systems relevant sind.
Insgesamt zeigt die Arbeit, dass Spatial Computing ein vielversprechender Ansatz für die medizinische Ausbildung und das Training der Thoraxpunktion ist.
Die vorliegende Arbeit befasste sich mit der Effektivität und Nachhaltigkeit des KKS und stellte die Frage, wie diese Technologie über ihre reine Schutzwirkung hinaus unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten bewertet werden kann. Hierzu wurde ein Katalog von Kriterien entwickelt, der technische Aspekte wie Überwachung, Regelbarkeit und Materialwahl ebenso berücksichtigt wie Effizienz, Umweltverträglichkeit und Zertifizierbarkeit.
Die Auswertung von zehn Fallstudien zeigte, dass insbesondere technische Kriterien bereits breit umgesetzt werden, während ökologische Aspekte wie Materialeffizienz, Recycling oder Stoffeinträge bislang kaum Beachtung finden. Damit bestätigt sich, dass KKS in erster Linie als technisches Instandhaltungsinstrument verstanden wird, während seine Nachhaltigkeitspotenziale noch nicht systematisch ausgeschöpft werden. Der entwickelte Katalog erwies sich dabei als nützliches Werkzeug, das weniger als starre Bewertungsmatrix, sondern eher als Leitfaden zu verstehen ist. Er macht sichtbar, an welchen Stellen die Praxis bereits fortgeschritten ist und wo Nachholbedarf besteht.
Allerdings sind die Ergebnisse durch die geringe Zahl und den Charakter der Fallstudien begrenzt. Die Projekte stammen überwiegend aus Forschungskontexten und sind möglicherweise nicht repräsentativ für alltägliche Bauvorhaben. Zudem reicht der zeitliche Rahmen von 2007 bis 2023, was die Vergleichbarkeit aufgrund technischer Weiterentwicklungen erschwert. Zukünftig wäre daher eine breitere Datengrundlage notwendig. Ebenso erscheint es sinnvoll, den Katalog zu erweitern und von einer rein qualitativen Betrachtung hin zu einer quantitativen Bewertung überzugehen, um Unterschiede in der Ausprägung einzelner Kriterien deutlicher zu erfassen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Langfristigkeit zu. Zwar zeigen einzelne Studien, dass KKS die Lebensdauer von Bauwerken erheblich verlängert, doch eine fundierte Bewertung seiner Nachhaltigkeit erfordert Langzeituntersuchungen, insbesondere zu ökologischen Aspekten. Hier besteht weiterhin Forschungsbedarf.
Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zur systematischen Bewertung des KKS. Der entwickelte Kriterienkatalog stellt einen ersten Schritt dar, die Technologie nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf Effektivität und Nachhaltigkeit vergleichbar zu machen. Für die Zukunft gilt es, diese Ansätze auszubauen, mit quantitativen Methoden zu verfeinern und durch langfristige Untersuchungen zu untermauern, um den kathodischen Korrosionsschutz als integralen Bestandteil einer effizienten und nachhaltigen Bauwerksbewirtschaftung zu etablieren.
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Fachkonzepts für eine mobile Anwendung zur Unterstützung der Kommunikation zwischen gehörlosen Patientinnen und Patienten und medizinischem Fachpersonal Im Fokus stehen insbesondere Notfälle und dringliche Behandlungssituationen, in denen eine schnelle und verlässliche Verständigung entscheidend ist.
Zur Entwicklung des Fachkonzepts wurden zunächst grundlegende Erkenntnisse über Gehörlosigkeit sowie bestehende Kommunikationsbarrieren durch eine Literaturrecherche erarbeitet. Anschließend wurde das bestehende Konzept von Günther im Rahmen einer Ist-Analyse untersucht, um Schwachstellen und Weiterentwicklungspotenziale zu identifizieren. Darauf aufbauend wurden funktionale und nichtfunktionale Anforderungen abgeleitet und priorisiert.
Das bestehende Konzept wurde daraufhin weiterentwickelt und um neue Funktionen ergänzt. Im Patientenbereich wurden insbesondere die Sprach-Text-Umwandlung mit integrierter Vereinfachungs- und Übersetzungsfunktion, Schnellzugriffe, Notfall-Info sowie SOS-Nachricht erweitert. Die GSD-Anfrage wurde um sofortige Online-Videoverdolmetschung und geplante Anfragen ergänzt. Der GSD-Bereich wurde um Funktionen zur Verifizierung sowie zur Verwaltung von Verfügbarkeit und Einsätzen erweitert. Zusätzlich wurde ein Personalbereich neu entwickelt, der unter anderem das Scannen eines QR-Codes zum Zugriff auf Notfallinformationen ermöglicht.
Das Fachkonzept wurde als interaktiver High-Fidelity-Prototyp mit Figma umgesetzt und mithilfe von Personas und einem Beispielszenario veranschaulicht. Die Evaluation mit vier Testpersonen zeigte, dass 24 von 26 Aufgaben erfolgreich durchgeführt wurden. Insgesamt weisen die Ergebnisse auf eine gute Verständlichkeit und Bedienbarkeit hin.
Das entwickelte Fachkonzept besitzt somit das Potenzial, die Kommunikation in der medizinischen Akutversorgung zu unterstützen und bestehende Barrieren zu reduzieren. Damit liefert diese Arbeit eine fundierte Basis für die technische Implementierung und bietet einen wertvollen Beitrag zur digitalen Inklusion im Gesundheitswesen.
In der vorliegenden Bachelorarbeit wurde ein KI-gestützter Support-Agent als Webanwendung konzipiert, implementiert und evaluiert. Das System unterstützt Support-Mitarbeiter bei der Beantwortung technischer Kundenanfragen, indem es relevante Informationen aus verteilten Wissensquellen automatisch abruft und daraus Antwortvorschläge generiert.
Das System integriert Daten aus vier produktiv eingebundenen Quellen – Zendesk-Tickets, HC, Vitruvi und der TKI-Pr-KB – in einer einheitlichen, semantisch durchsuchbaren Struktur. Drei weitere unternehmensinterne Quellen (Confluence, Jira, Slack) wurden analysiert, aus zeitlichen Scope-Gründen jedoch nicht in die produktive Pipeline aufgenommen und verbleiben als Erweiterungsrichtung für zukünftige Arbeiten. Die Datenverarbeitungspipeline umfasst die Extraktion, Normalisierung, PII-Maskierung, Chunking und Vektoreinbettung der Quelldaten.
Für die Retrieval-Phase wurde eine zweistufige Pipeline implementiert, die einen schnellen Bi-Encoder (BGE-M3 mit FAISS-Indexierung) für die Vorauswahl mit einem präzisen Cross-Encoder (BGE-Reranker-v2-M3) für das Reranking kombiniert. Die MMR-basierte Diversitätsselektion und ein Score-Schwellenwertfilter verbessern die Qualität der an das LLM weitergeleiteten Dokumente.
Die Antwortgenerierung erfolgt durch ein lokal betriebenes Llama 3.1 8B-Modell in der Q5_K_M-Quantisierung, das über llama-cpp-python ohne GPU-Abhängigkeit ausgeführt wird. Die Token-für-Token-Ausgabe wird über Server-Sent Events an das React-Frontend gestreamt, was eine progressive Darstellung der Ergebnisse ermöglicht.
Für das vorgelagerte Subsystem der Qualitätsfilterung der Zendesk-Tickets, das die Eignung jedes Tickets für die Wissensbasis automatisiert beurteilt, wurde ein eigener Klassifikator entwickelt. Dieser durchlief mehrere Modellkonfigurationen – von Llama 3.1 8B Q4_K_M mit Self-Consistency in der lokalen Iterationsphase über einen verworfenen Pilottest mit Qwen 2.5 7B und eine Qwen 2.5 32B Q4_K_M-Vergleichsbaseline bis zur produktiven Endkonfiguration mit Llama 3.1 8B Q5_K_M im Single-Shot-Modus auf Server-Hardware. Diese erreicht 91,1 % Accuracy auf dem Entwicklungsdatensatz Golden 45 und 87,0 % Accuracy auf dem Validierungsdatensatz Set 200.
Eine mehrstufige Konfidenzbewertung, die vier Signale (Rerank-Score, Score-Separation, LLM-Selbstbewertung und Abfrageterm-Abdeckung) kombiniert, unterstützt die Support-Mitarbeiter bei der Einschätzung der Antwortqualität. Ein Hard-Reject-Mechanismus verhindert die Anzeige von Antworten mit zu niedriger Konfidenz.
Das Frontend macht den Antwortpfad in vier Live-Phasen sichtbar (Suche, Reranking, Entwurfsgenerierung, Abschluss) und unterstützt die Quellenüberprüfung durch semantische Zitations-Anker, die im Antworttext als klickbare Chips erscheinen und auf die zugehörige Quellkarte in der Quellenleiste verweisen. Der Modellwechsel zur Laufzeit, drei modellfamilienspezifische Presets, eine optionale Debug-Sicht sowie die Bearbeitbarkeit des Entwurfs vor dem Übernehmen ins Ticketsystem komplettieren die Werkzeugkette. Die Architektur ist modular aufgebaut und ermöglicht die Erweiterung um zusätzliche Datenquellen und Modelle.
Der vollständige lokale Betrieb des LLM stellt sicher, dass keine Kundendaten an externe Dienste übertragen werden, was den Datenschutzanforderungen des Unternehmens entspricht.
In der vorliegenden Arbeit wird eine Methodik zur Ableitung und Bewertung von Szenarien für die Teleoperation automatisierter Verkehrssysteme entwickelt. Der besondere Fokus liegt auf der systematischen Identifikation und Bewertung von Anwendungsfällen für den Einsatz teleoperativer Eingriffe. Im Verlauf der Arbeit wurden zahlreiche Methoden analysiert, die sich mit der Identifikation und Definition von Anwendungsszenarien beschäftigen. Einen besonderen Einfluss hat hierbei die PEGASUS Methodik aus einem geförderten Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Forschung.
Des Weiteren wurden Fachliteraturen und internationale Normen ausgewertet, um Bewertungsansätze zu gewinnen. Des Weiteren bildet diese Ausarbeitung eine Fortsetzung der vorhergegangenen Forschung zum Themenbereich der Teleoperation, die mit einer Studienarbeit begann und sich mit einer Tätigkeit als Studentische Hilfskraft fortsetzte. Im Verlauf dieser Arbeiten wurde an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ein Teleoperationsarbeitsplatz aufgebaut. In Verbindung damit wurde ein Teleoperationssystem entwickelt, mit dem zuerst ein Modellauto und im weiteren Verlauf zwei Modellzüge teleoperiert werden konnten. Innerhalb dieser Arbeit sollen Einflussgrößen, die auf die Teleoperation wirken, untersucht werden. In Verbindung damit wird das entwickelte Teleoperationssystem vorgestellt. Die vorliegende Arbeit soll zudem darauf aufmerksam machen, welchen erheblichen Forschungsbedarf die Entwicklung teleoperativer Systeme eröffnet.
Untersuchung der elektrischen Leitfähigkeit und Transmission von ITO-Aluminium-Multischichten
(2026)
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit Aluminium-ITO-Multischichtsystemen, die mittels einer RF/DC-Magnetronsputteranlage abgeschieden werden. Zunächst wurden die Prozessparameter für Indiumzinnoxid (ITO) und Aluminium an der verwendeten Sputteranlage untersucht, um kritische Einflussgrößen zu identifizieren und zu bewerten. Hierzu wurden die Schichtdicken mithilfe der Ellipsometrie bestimmt sowie der elektrische Widerstand mittels Multimeter gemessen.
Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wurden verschiedene Konfigurationen von ITO-Aluminium-Multischichtsystemen hergestellt und untersucht. Ziel war es, ein optimales Verhältnis zwischen elektrischer Leitfähigkeit und optischer Transmission im sichtbaren Spektralbereich (VIS) zu erzielen.
Anschließend wurden die drei vielversprechendsten ITO-Aluminium-Multischichtkonfigurationen einem Temperprozess unterzogen. Danach erfolgte eine Bewertung hinsichtlich ihres elektrischen Widerstands sowie ihrer Transmission im VIS. Die Ergebnisse wurden mit denen einer ebenfalls getemperten ITO-Einzelschicht verglichen.
This thesis experimentally investigates the structural and geometric effects of dynamic towing on passenger cars and evaluates them with regard to road safety. Tensile tests were carried out on two identical vehicles, one pulled via the rear towing eye and one via the tow bar, each at two pull-away speeds and at 30 degrees to the longitudinal axis. Tensile forces were recorded with a load cell, and body and wheel alignment geometry were measured before and after each load step. At the tow bar, peak forces of 8.2 kN and 18.5 kN exceeded the normative test value of 6.82 kN and caused permanent deformation of the load path that visual inspection did not reveal. The towing eye tore out of the body below this value after prior damage. Wheel alignment changed measurably with load level. A need for technical inspection after recovery operations is derived.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer extrusionsbasierten 3D-Druckanlage für duroplastische Werkstoffsysteme. Im Fokus steht die Verarbeitung latent reaktiver Epoxidharzsysteme mittels Granulatextrusion, mit dem Ziel, die einfache Verarbeitung thermoplastischer Systeme mit den vorteilhaften Eigenschaften duromerer Werkstoffe zu kombinieren.
Hierzu wurde ein 3D-Drucksystem auf Basis eines Granulatextruders konstruktiv aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Reaktionskinetik des verwendeten Halbzeugs wurde mittels DSC-Analyse charakterisiert und geeignete Prozessparameter abgeleitet. Anschließend wurden Druckversuche mit verschiedenen Materialien durchgeführt und das Extrusionsverhalten systematisch untersucht.
Die Ergebnisse werden hinsichtlich der Prozessstabilität und der Eignung reaktiver Halbzeuge für den extrusionsbasierten 3D-Druck bewertet und mit konventionellen thermoplastischen Filamenten verglichen.
Softwareschwachstellen sind jederzeit ein wichtiges Thema, weshalb es mehrere Methoden gibt diese in Anwendungen ausfindig zu machen. Eine dieser Methoden ist Dynamic Application Security Testing, das mit einer Vielzahl von Programmen durchgeführt werden kann. Durch die Menge von Programmen zum Durchführen solcher Tests muss, bevor eine Auswahl getroffen werden kann, untersucht werden, welches Werkzeug sich am besten für das Finden von Schwachstellen eignet.
In dieser Arbeit werden theoretische Grundlagen zu vielen Angriffen, die Softwareschwachstellen ausnutzen können erarbeitet, um anschließend innerhalb einer Untersuchung ein Dynamic Application Security Testing Werkzeug auszuwählen, das helfen kann einen Teil dieser Schwachstellen zu vermeiden.
Dazu werden zuerst drei nicht kommerzielle Programme zur Durchführung solcher Tests basierend auf bestehender Literatur und eigener Recherche ausgewählt, um Programme an drei schwachen Testprojekten auf ihre Fähigkeiten zu testen und auszuwerten. Dabei werden allgemeine Eigenschaften wie Nutzerfreundlichkeit und auf die Testanwendungen bezogene Eigenschaften wie Scandauer für einen Vergleich berücksichtigt. Die dabei getesteten Programme sind ZAP, Nuclei und Wapiti und bei den Testprojekten handelt es sich um OWASP Juice Shop, den OWASP Benchmark for Java und die Damn Vulnerable GraphQL Application.
Um das Ergebnis der Untersuchung außerhalb der absichtlich schwachen Testanwendungen zu erproben wird nach den Tests eines der Programme ausgewählt und an einer separaten Anwendung ein Scan nach Schwachstellen durchgeführt. Dieser Test soll die Nutzbarkeit der Programme außerhalb einer Umgebung, die genutzt wird, um deren Leistung zu messen beschreiben.
Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie staatliche, zivilgesellschaftliche und kirchliche Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Erfolg von Gesundheitsprojekten definieren, messen und bewerten. Darüber hinaus werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und Evaluation von Erfolg analysiert.
Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Die Datenerhebung erfolgte anhand von fünf leitfadengestützten Experteninterviews mit Vertretern staatlicher, zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Die Auswertung erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz unter Verwendung der Software MAXQDA 2026.
Ergebnisse: Trotz unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen der Akteure bestand weitgehend Einigkeit darüber, dass Erfolg mehr umfasst als die Erreichung quantitativer Zielindikatoren und dass langfristige Veränderungen, partnerschaftliche Zusammenarbeit und lokale Eigenverantwortung („Ownership“) zentrale Bestandteile erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit sind. Unterschiede zeigten sich vor allem in den Schwerpunkten der Erfolgsmessung und den jeweiligen institutionellen Anforderungen. Alle Befragten nannten ähnliche Herausforderungen. Die Messung langfristiger Wirkungen gestaltet sich durch zahlreiche externe Einflüsse als schwierig. Zudem stehen die Organisationen in einem Spannungsfeld zwischen Berichtspflichten und der Notwendigkeit einer lokal gesteuerten, flexiblen Projektumsetzung. Standardisierte Indikatoren erfassen qualitative Veränderungen wie gestärkte Partnerschaften, gesteigerte Eigenständigkeit oder die Stärkung der Gemeinschaft vor Ort oft nicht.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse machen deutlich, dass Erfolg in der Entwicklungszusammenarbeit nicht allein durch quantitative Indikatoren und einheitliche Bewertungsmodelle erfasst werden kann. Vielmehr sollte die Erfolgskontrolle auch den konkreten Projektkontext berücksichtigen. Die Arbeit zeigt, dass institutionelle Rahmenbedingungen das Erfolgsverständnis zwar beeinflussen, es jedoch nicht vollständig bestimmen. Entscheidend für die praktische Umsetzung sind vielmehr die handelnden Personen. Ihre Bereitschaft, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, lokale Perspektiven einzubeziehen und zwischen Rechenschaftspflicht und Flexibilität abzuwägen, prägt maßgeblich, wie Erfolg im Projektalltag verstanden, umgesetzt und berichtet wird.
Hintergrund und Zielsetzung:
Long Covid kann über die akute Erkrankungsphase hinaus körperliche, kognitive und psychische Beschwerden verursachen und dadurch die Leistungsfähigkeit, soziale Teilhabe sowie die Bewältigung von Studien- und Arbeitsanforderungen beeinträchtigen. Für deutsche Hochschulen liegen bislang nur wenige empirische Untersuchungen vor, die Studierende und Beschäftigte innerhalb derselben Institution gemeinsam betrachten. Ziel der Arbeit ist es daher, die Auswirkungen von Long Covid auf Studium und Arbeit an der Westsächsischen Hochschule Zwickau zu untersuchen und daraus wahrgenommene Unterstützungsbedarfe abzuleiten.
Methodik:
Durchgeführt wurde eine quantitative Querschnittsstudie mittels standardisierter Onlinebefragung. Die Erhebung fand vom 24. Juni bis zum 10. Juli 2026 statt. Von 238 begonnenen Fragebögen wurden 195 vollständig abgeschlossene Datensätze ausgewertet. 19 Personen ordneten sich der Gruppe der selbst Betroffenen zu. 59 Teilnehmer waren Teil der Gruppe, welche Erfahrungen im Umfeld aufzeigten. Die Daten wurden deskriptiv und inferenzstatistisch ausgewertet.
Ergebnisse:
Die selbst Betroffenen berichteten überwiegend starke und langanhaltende Beschwerden. Jeweils 13 von 19 Personen stimmten einer Beeinträchtigung ihrer Leistungsfähigkeit beziehungsweise einer Einschränkung von Konzentration und geistiger Belastbarkeit eher oder vollständig zu. Ebenso zeigte sich ein starker Zusammenhang zwischen eingeschränkter Konzentration und Leistungsbeeinträchtigung (rₛ = .72; p < .001) sowie ein signifikanter Zusammenhang zwischen Leistungsbeeinträchtigung und sozialer Teilhabe (p = .031). Beschäftigte berichteten über stärkere Leistungsbeeinträchtigungen als Studierende innerhalb der Gruppe der selbst Betroffenen. Der Wissensstand unterschied sich zwischen den Erfahrungsgruppen. Selbst Betroffene wiesen höhere Werte auf als Personen ohne entsprechende Erfahrung. Besonders häufig gewünschte Unterstützungsmaßnahmen waren eine reduzierte Arbeits- oder Studienbelastung, bessere Informationen, Nachteilsausgleich und psychologische Unterstützung.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Long COVID im Hochschulkontext vor allem als Problem eingeschränkter Funktionsfähigkeit und Teilhabe betrachtet werden sollte.
Hochschulen benötigen daher Informationsangebote, klare Ansprechpersonen und flexible, einzelfallbezogene Anpassungen für Studierende und Beschäftigte.
Limitationen:
Die Aussagekraft ist durch die kleine Gruppe der Betroffenen, die freiwillige Erhebung an nur einer Hochschule, das Querschnittsdesign sowie die Verwendung eines selbst entwickelten Fragebogens begrenzt.
Schmerzmanagement ist ein zentrales pflegerisches Handlungsfeld und erfordert eine systematische, personenzentrierte und evidenzbasierte Versorgung. Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es, die Umsetzung des aktualisierten Expertenstandards
„Schmerzmanagement in der Pflege“ in der generalistischen Pflegeausbildung zu untersuchen. Im Fokus standen die curriculare Verankerung, die didaktische Umsetzung im Unterricht und im Skills Lab sowie wahrgenommene Grenzen des Theorie-Praxis-Transfers.
Krankenhäuser sind 24h-Betriebe und tragen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Sie spielen bei der nachhaltigen Entwicklung eine bedeutende Rolle. Als Großverbraucher von Lebensmitteln können sie mit einer nachhaltigen Speisenversorgung von Patienten und Mitarbeitern einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz leisten.
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen Best-Practice-Ansatz für eine nachhaltige Verpflegung an Krankenhäusern und deren Finanzierung zu entwickeln.
Dazu wurden sieben Interviews mit Experten deutscher Vorreiter-Kliniken geführt. Dazu zählten die Charité Berlin, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Universitätsklinikum Essen, die BG Klinik Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum, das Isarklinikum München, die LWL-Kliniken Münster und die Asklepios Kliniken in Hamburg.
Die wichtigsten Ergebnisse zeigen auf, dass zwischen Krankenhäusern über 800 Betten und Häusern unter 800 Betten in Bezug auf zu empfehlende Maßnahmen für eine nachhaltige Speisenversorgung unterschieden werden sollte.
Für alle Häuser gilt, den Anteil an pflanzlicher Kost zu erhöhen, jedoch ohne die Begriffe vegetarisch oder vegan zu verwenden.
Der Kostenanteil, den Kliniken für nachhaltigere Speisen aufbrachten, lag zwischen fünf und zwölf Euro pro Beköstigungstag und spiegelte damit den Durchschnitt für die Warenkosten in deutschen Kliniken wider.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen bringt den Unternehmen deutliche Image-Gewinne und eine bessere Mitarbeiterbindung. Eine eigene Stabsstelle und der Rückhalt durch die Unternehmensführung sind dabei essenziell für den Erfolg.
Hintergrund:
Nachhaltigkeit entwickelt sich im Gesundheitswesen zunehmend zu einer organisationsbezogenen Managementanforderung. Für den Medizinischen Dienst Sachsen bestand bislang kein systematisches Konzept, durch das ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte in das bestehende integrierte Managementsystem eingebunden und operativ gesteuert werden können.
Zielsetzung:
Ziel der Arbeit war die Entwicklung eines evidenzbasierten Integrationskonzepts für den Schwerpunkt Nachhaltigkeit sowie die Ableitung systematischer Aufgreifkriterien für die operative Steuerung innerhalb des integrierten Managementsystems des Medizinischen Dienstes Sachsen.
Methodik:
Es wurde ein Scoping Review mit anschließender kriteriengeleiteter Konzeptentwicklung durchgeführt. Die Literaturrecherche erfolgte in PubMed, der Cochrane Library und LIVIVO. Von insgesamt 3.897 identifizierten Publikationen wurden nach Duplikatenkontrolle, Titel- und Abstract Screening sowie Volltextprüfung zwölf Quellen eingeschlossen. Die Befunde wurden narrativ synthetisiert und mithilfe einer adaptierten Best-Fit-Framework-Synthese den bestehenden Bereichen des integrierten Managementsystems zugeordnet.
Ergebnisse:
Identifiziert wurden sechs zentrale Nachhaltigkeitsschwerpunkte: Governance, Transparenz und Rechenschaftspflicht; Messung, Monitoring und Benchmarking; kontinuierliche Verbesserung und langfristige Leistungssteuerung; Digitalisierung und datenbasierte Prozessoptimierung; Ressourcen-, Kosten- und Beschaffungseffizienz sowie Risikominderung und nachhaltigkeitsbezogene Co-Benefits. Diese wurden mit den Bereichen Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Datensicherheit sowie Organisation und Kommunikation verbunden. Ergänzend wurden Aufgreifkriterien formuliert, durch die strukturelle Defizite, negative Entwicklungen, unzureichende Datengrundlagen oder neue Nachhaltigkeitsrisiken erkannt und bestehenden Steuerungsprozessen zugeführt werden können.
Schlussfolgerung:
Nachhaltigkeit kann durch eine systematische Erweiterung der vorhandenen Managementstrukturen integriert werden, ohne ein separates Managementsystem aufzubauen. Da das entwickelte Konzept bislang nicht empirisch validiert wurde und keine organisationsspezifischen Schwellenwerte vorliegen, sind vor der Implementierung eine Erhebung valider Basisdaten sowie eine pilotartige praktische Erprobung erforderlich.
Rezension zu: Tinnefeld, Thomas (Hg.): Effective Communication in a Global Context. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag, 2025, 306 S. - ISBN: 978-3-381-12311-7
Understanding how electrolyte composition influences the structural factors governing charge storage in Prussian Blue analogues (PBAs) requires clarifying the coupled effects of ion desolvation, structural disorder, and transport pathway connectivity. Here, we demonstrate that electrolyte identity induces structural disorder, which correlates with transport dispersion measured under identical electrochemical conditions.
To establish this relationship, Fe-, Co-, and Ni-based hexacyanoferrate thin films were electrodeposited from chloride electrolytes (KCl, NaCl, NH4Cl, and LiCl), enabling a comparative investigation of structure–transport correlations across multiple length scales.
Although all systems crystallize in the cubic PBA structure, pronounced electrolyte-dependent variations in lattice parameters, defect concentration, and local coordination environments are observed. Na+ induces lattice expansion but simultaneously promotes vacancy formation, microstrain, and structural heterogeneity, whereas K+ and NH+4 produce more structurally coherent frameworks with reduced disorder. Raman spectroscopy reveals that increasing structural disorder broadens the distribution of local coordination environments, which
is accompanied by increasingly dispersed electrochemical behavior.
Electrochemical impedance spectroscopy reveals that charge storage is governed by coupled ion–electron transport processes, with the impedance increasing by more than one order of magnitude from FeHCF to NiHCF. Importantly, the constant phase element (CPE) exponent decreases systematically with increasing Raman band broadening, revealing a strong correlation between structural disorder and transport dispersion.
These results demonstrate that electrolyte identity controls not only lattice dimensions but, more importantly, the organization and connectivity of defect networks. Consequently, optimal electrochemical performance arises from a balance between structural coherence and accessible transport pathways rather than from lattice expansion alone.
Hintergrund und Zielsetzung:
In Deutschland besteht trotz einer überwiegend positiven Einstellung der Bevölkerung zur Organspende weiterhin ein deutlicher Mangel an Spenderorganen. Gleichzeitig zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der grundsätzlichen Bereitschaft zur Organspende und der tatsächlichen Dokumentation der eigenen Entscheidung. Aufgrund der Einführung des digitalen Organspende-Registers im Jahr 2024 liegen zudem bislang nur begrenzte Erkenntnisse zu dessen Bekanntheit und Wahrnehmung vor. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Organspendebereitschaft von Studenten der Westsächsischen Hochschule Zwickau zu untersuchen. Dabei standen die Einstellung zur Organspende, die Dokumentation der eigenen Entscheidung sowie die Bekanntheit und Wahrnehmung des Organspende-Registers im Mittelpunkt.
Methodik:
Die Untersuchung wurde als quantitative Querschnittsstudie in Form einer anonymen Online-Befragung durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe eines standardisierten Fragebogens über LimeSurvey im Zeitraum vom 19. Juni bis 3. Juli 2026. Die Datenanalyse erfolgte mittels deskriptiver Statistik sowie inferenzstatistischer Verfahren. Ergänzend wurden Freitextantworten mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Ergebnisse:
Die Auswertung von 151 Fragebögen zeigt eine überwiegend positive Einstellung der Studenten zur Organspende und eine hohe grundsätzliche Spendenbereitschaft. Dennoch hat ein erheblicher Teil der Befragten seine Entscheidung bislang nicht dokumentiert, sodass eine Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten erkennbar wird. Zudem zeigt sich ein geringer Bekanntheitsgrad des Organspende-Registers, welches von den Studenten jedoch überwiegend positiv bewertet wird.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass unter den Studenten der WHZ eine hohe Zustimmung zur Organspende besteht, die jedoch häufig nicht in eine dokumentierte Entscheidung umgesetzt wird. Gleichzeitig weist der geringe Bekanntheitsgrad des Organspende-Registers auf einen bestehenden Informationsbedarf hin. Maßnahmen zur Verbesserung des Wissens über Organspende und das Organspende-Register sowie niedrigschwellige Informations- und Dokumentationsangebote könnten dazu beitragen, die Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten zu verringern und die Zahl dokumentierter Entscheidungen zu erhöhen.
Limitationen:
Die Aussagekraft der Ergebnisse ist durch die geringe Stichprobengröße eingeschränkt. Darüber hinaus handelt es sich um eine freiwillige Befragung an einer einzelnen Hochschule, sodass eine eingeschränkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Studentengruppen nicht ausgeschlossen werden kann. Weitere Limitationen ergeben sich aus dem Querschnittsdesign, wodurch nur Momentaufnahmen möglich sind und keine Aussagen über kausale Zusammenhänge getroffen werden können.
Hintergrund / Zielsetzung:
Das deutsche Gesundheitssystem steht aufgrund steigender Gesundheitsausgaben, des zunehmenden Fachkräftemangels sowie gesundheitspolitischer Reformen vor der Herausforderung, bislang stationär erbrachte Krankenhausleistungen vermehrt in den ambulanten Versorgungsbereich zu überführen. Die operative Versorgung der distalen Radiusfraktur weist aufgrund ihrer hohen Inzidenz und der standardisierten Behandlung ein erhebliches Ambulantisierungspotenzial auf. Ziel dieser Untersuchung ist es, den bestehenden Versorgungsprozess der distalen Radiusfraktur am Klinikum Altenburger Land vor dem Hintergrund der zunehmenden Ambulantisierung zu analysieren und unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse die Grundlage für die Konzeption eines interdisziplinären Patientenpfades zu schaffen.
Methodik:
Die Untersuchung erfolgte auf Grundlage eines qualitativen Forschungsdesigns. Zur Datenerhebung wurden teilstrukturierte, leitfadengestütze Experteninterviews mit verschiedenen am
Versorgungsprozess der distalen Radiusfraktur beteiligten Berufsgruppen des Klinikums Altenburger
Land durchgeführt. Die Interviews wurden mithilfe eines Audioaufnahmegeräts aufgezeichnet und
anschließend nach den modifizierten Transkriptionsregeln nach Kuckartz transkribiert. Die Auswertung des erhobenen Datenmaterials erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Dabei wurden die Interviewinhalte systematisch analysiert und in Kategorien sowie Subkategorien eingeordnet.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse zeigen, dass die Ambulantisierung der operativen Versorgung distaler
Radiusfrakturen grundsätzlich als umsetzbar eingeschätzt wird. Die erfolgreiche Implementierung
ist jedoch von verschiedenen medizinischen und sozialen Patientenmerkmalen sowie von organisatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Als zentrale Herausforderungen wurden insbesondere
die Prozesssteuerung, die interprofessionelle Zusammenarbeit, der erhöhte bürokratische Aufwand
sowie mögliche ökonomische Auswirkungen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Hybrid-
DRGs identifiziert.
Schlussfolgerung:
Expertinnen und Experten heben hervor, dass die Ambulantisierung der Versorgung distaler Radiusfrakturen neben der Transformation der Leistungserbringung eine umfassende
Anpassung bestehender Versorgungsstrukturen innerhalb des Klinikums erfordert. In diesem Zusammenhang wird die Entwicklung und Implementierung eines interdisziplinären klinischen Behand-
lungspfades als geeigneter Ansatz betrachtet, um die erforderlichen organisatorischen Veränderungen strukturiert abzubilden und die Umsetzung der ambulanten Versorgungskonzepte zu unterstützen.
Limitationen:
Eine potenzielle Limitation der Untersuchung ergibt sich aus der funktionsbezogenen
Auswahl der Interviewteilnehmenden, wodurch die Abbildung der interdisziplinären Perspektiven innerhalb des Versorgungsprozesses möglicherweise eingeschränkt sein kann.
Hintergrund und Zielsetzung: Digitalisierung und generative künstliche Intelligenz sind zu einem festen Bestandteil des Studienalltags geworden. Für Studierende ergeben sich daraus neue Anforderungen, die über die Bedingung entsprechender Anwendungen hinausgehen und auch deren kritische Bewertung umfassen. Wie Studierende ihre eigenen Kompetenzen in diesem Bereich einschätzen, ist bislang wenig untersucht. Ziel der Arbeit ist zu erfassen, wie Studierende der Westsächsischen Hochschule Zwickau ihre digitalen und KI-bezogenen Kompetenzen wahrnehmen und in welchen Bereichen Sie Unterstützungsbedarf sehen.
Methodik: Grundlage ist eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer anonymen Online-Befragung, die im Zeitraum von 01. bis zum 15. Juli 2026 hochschulweit durchgeführt wurde. Der Fragebogen wurde theoriegeleitet entwickelt. Die digitale Kompetenz, KI-Kompetenz und digitale Selbstwirksamkeit über fünfstufige Likert-Skalen erhoben, Chancen und Unterstützungsbedarfe über offene Fragen. Von 207 Rückläufen fließen 180 vollständig ausgefüllte Fragenbögen in die Auswertung ein. Die Analyse erfolgte mit IBM SPSS Statistics deskriptiv, korrelativ sowie über Mittelwertvergleiche. Die offenen Angaben wurden inhaltlich kategorisiert.
Ergebnisse: Die Studierenden schätzen ihre Kompetenzen durchgehend hoch ein, wobei alle drei Skalen eine gute interne Konsistenz aufwiesen. Auf Item-Ebene zeigte sich ein deutliches Gefälle. Anwendungsbezogene Kompetenzen wurden hoch bewertet, kritisch-reflexive und sicherheitsbezogene Kompetenzen, wie Datenschutz, Quellenbewertung und ethische Fragen deutlich niedriger. Eine höhere Nutzung digitaler Werkzeuge ging mit einer höheren Selbsteinschätzung einher. Digitale Kompetenz und KI-Kompetenzen hingen dabei eng zusammen. Unterschiede zeigten sich zwischen den Fakultäten sowie zwischen weiblichen und männlichen Studierenden, nicht jedoch zwischen den Fachsemestern. Der geäußerte Unterstützungsbedarf betrifft vorrangig Schulungen, Prompting, Datenschutz und kritische Bewertung von KI-Ergebnissen.
Schlussfolgerung: Die Studierenden fühlen sich in der Anwendung digitaler Werkzeuge sicher, weniger jedoch im reflektierten und rechtssicheren Umgang mit künstlicher Intelligenz. Quantitative und qualitative Befunde stützen sich dabei gegenseitig. Hochschulische Angebote sollten daher weniger auf die Bedienung als auf ethische Fragen, kritische Bewertungen und Datenschutz zielen und fest in das Studium eingebunden werden.
Limitationen: Die Untersuchung beruht auf Selbsteinschätzungen und lässt keine Aussagen über tatsächliche Kompetenzen zu. Das Querschnittsdesign erlaubt keine kausalen Schlüsse. Durch die freiwillige Teilnahme liegt eine Selbstselektionsstichprobe vor, deren Repräsentativität mangels Strukturdaten nicht geprüft werden konnte.
Sprachmodelle eröffnen neue Möglichkeiten, technische Arbeitsprozesse zu automatisieren, doch ihre kontrollierte Einbindung in industrielle CAD-Systeme bleibt offen. Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit ein agentischer KI-Ansatz ausgewählte Konstruktionsumfänge im Übergang vom Strak zur Serienkonstruktion selbstständig ausführen kann und an welchen Stellen der Konstrukteur eingebunden bleibt.
Dazu entstand ein dreischichtiges System, in dem ein sprachmodellbasierter Agent über das Model Context Protocol mit einem MCP-Server kommuniziert, dessen Adapterschicht die Aufrufe an eine in Siemens NX eingebettete Bridge weiterreicht. Erprobt wurde der Ansatz an zwei Fallstudien, einer Exterieur-Zierleiste und einem Versteifungsrippen-Verbund. Beide wurden über mehrere Durchläufe hinsichtlich Reproduzierbarkeit und Ergebnisqualität beurteilt. Ein integriertes Fehlergedächtnis (Memory) und die fortlaufende Korrektur der Werkzeugschicht hielten einmal dokumentierte Fehler aus den folgenden Läu-fen heraus. So schloss der Agent im letzten Durchlauf alle 59 Schritte der Zierleiste ab; vereinzelt waren dabei manuelle Eingriffe nötig. Das Verrunden auf dicht besetzter Geometrie blieb dagegen unter Referenzqualität. Damit erreicht der Ansatz den Reifegrad eines belastbaren Machbarkeitsnachweises, nicht den eines Serienwerkzeugs, denn der Agent bleibt ein präziser Ausführer kodierter Rezepte und kein autonomer Konstrukteur.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird ein mobiles Prüfsystem zur Erkennung von Manipulationen an Zweirädern entwickelt. Konkret wird untersucht, wie sich Geschwindigkeitsmanipulationen an Mopeds, E-Scootern und Pedelecs mobil und reproduzierbar nachweisen lassen. Zu Beginn wird der Stand der Technik mobiler und stationärer Prüfsysteme beschrieben, um bestehende Lösungsansätze besser einordnen zu können. Anschließend werden typische Manipulationsformen sowie die rechtlichen Grundlagen dargestellt. Sie beeinflussen die Anforderungen an das Prüfsystem maßgeblich. Ergänzend erfolgt eine Patentrecherche, um bestehende Schutzrechte zu identifizieren. Darauf aufbauend werden die abgeleiteten Anforderungen sowie das entwickelte Systemkonzept vorgestellt. Für die Auslegung des Fahrwiderstandsmoduls werden überschlägige Berechnungen zur Kraftübertragung und Energiebilanz durchgeführt. Abschließend wird der vollständige Messablauf beschrieben, in dem die entwickelten Baugruppen im praktischen Einsatz zusammenwirken.
Die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO erfordert die Erfassung zahlreicher Fahrzeugdaten aus den vorgelegten Dokumenten. Dieser Schritt ist anfällig für Übertragungsfehler. Im Rahmen der durchgeführten Untersuchung wird betrachtet, wie ein KI-gestützter Ansatz den Prüfingenieur dabei unterstützen kann.
Eine Befragung von Prüfingenieuren wurde ausgewertet und daraus fünf mögliche Einsatzfelder abgeleitet. Für das ausgewählte Felder der Fahrzeugdatenerfassung entstand eine Verarbeitungskette aus Bildvorbereitung, optischer Zeichenerkennung, sprachmodellbasierter Feldzuordnung und regelbasierter Validierung. Sie läuft vollständig auf lokaler Hardware, sodass keine Fahrzeugdaten an externe Dienste übertragen werden.
Die prototypische Erprobung an fünf Feldern der Zulassungsbescheinigung Teil I zeigte, dass alle Zielfelder korrekt zugeordnet wurden, Zeichenfehler der optischen Zeichenerkennung jedoch unverändert in die Ausgabe eingingen. Der Ansatz eignet sich damit als vorbereitendes Assistenzsystem. Kontrolle und Freigabe verbleiben beim Prüfingenieur.
Die Viola alta von Hermann Ritter - Historische Entwicklung und organologische Bestandsaufnahme
(2026)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Viola alta des Bratschisten und Musiktheoretikers Hermann Ritter (1849–1926), die 1875 als akustisch vergrößerte Bratsche konstruiert und 1876/1877 in einer programmatischen Schrift theoretisch begründet wurde. Ausgehend von Ritters eigenem Anspruch, mit der Viola alta Theorie und Praxis in Einklang zu bringen, geht die Arbeit der Frage nach, ob und in welchem Maße dieser Einklang an den erhaltenen Instrumenten tatsächlich nachweisbar ist. Methodisch verbindet die Untersuchung eine historische Quellenanalyse von Ritters Originalschrift – mit Blick auf Argumentationsstruktur, Rhetorik und historische Methodik – mit einer organologischen Bestandsaufnahme fünf erhaltener Ritterbratschen aus deutschen Museumssammlungen, deren Korpusmaße den von Ritter formulierten Bauprinzipien gegenübergestellt werden. Die Untersuchung zeigt, dass die gebauten Instrumente bereits in ihrer ersten Ausführung deutlich vom mathematisch hergeleiteten Idealmaß abweichen und sich die Korpusgröße im Lauf der Bauzeit zunehmend an spieltechnische Erfordernisse anpasste. Die Viola alta erscheint damit weniger als konsequente Umsetzung einer geschlossenen Theorie denn als Ergebnis eines fortlaufenden Aushandlungsprozesses zwischen akustischem Ideal und spielpraktischer Notwendigkeit. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur organologischen Erschließung der Viola alta und bildet zugleich eine Grundlage für weiterführende, insbesondere klangakustische Forschung zu Ritters Instrument.
Diese Bachelorarbeit untersucht unterschiedliche Varianten von Halsanschäftern bei Geigen unter technischen, historischen und praxisbezogenen Gesichtspunkten. Basierend auf einer vorhergehenden Semesterarbeit1 zu historischen Anschäftervarianten wird das Thema vertieft, indem sowohl konstruktive Unterschiede als auch deren heutige Anwendung in der Restaurierungspraxis analysiert werden.
Zur systematischen Erfassung der verschiedenen Anschäftervarianten wurden mehrere Modelle eigenhändig angefertigt. Diese dienen als Grundlage für eine vergleichende Beschreibung der jeweiligen Bauweisen und ermöglichen eine reflektierte Darstellung bautechnischer Erfahrungen.2 Die Modelle werden im Rahmen der Arbeit detailliert dokumentiert und hinsichtlich ihrer konstruktiven Besonderheiten sowie ihrer potenziellen Vor- und Nachteile bewertet. Die Darstellungen werden durch Fotografien und Maßangaben ergänzt.
Ergänzend zur praktischen Analyse werden zwei Umfragen durchgeführt, um die gegenwärtige Verwendung unterschiedlicher Anschäftervarianten in Restaurierungswerkstätten zu erfassen, wobei der Fokus auf Geigenbaubetrieben in Berlin und dem Vogtland liegt. Untersucht wird, ob sich regionale Unterschiede in der Wahl der Anschäftervariante sowie in deren Begründungen erkennen lassen und inwiefern diese mit regionalen Traditionen - etwa dem sogenannten vogtländischen oder dem deutschen Anschäfter - in Zusammenhang stehen.
Durch die Kombination aus praktischer Modellarbeit, technischer Analyse und Einblicken in die Werkstattpraxis leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis der gegenwärtigen Restaurierungspraxis und knüpft an museale Untersuchungen zu Anschäftervarianten in Berlin und Markneukirchen an. Die Ergebnisse sollen sowohl für die handwerkliche Ausbildung als auch für restauratorische Entscheidungsprozesse von Relevanz sein.
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Werkschablonen aus dem Werkstattnachlass des Markneukirchener Gitarrenbauers Richard Jacob „Weißgerber“, die heute im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig aufbewahrt werden.
Ziel der Arbeit ist die ergänzende Inventarisierung, fotografische Dokumentation und digitale Erschließung dieser Primärquellen, um sie sowohl in kulturhistorischer Hinsicht als auch für den praktischen Nutzen im Musikinstrumentenbau zugänglich zu machen. Hierfür wurden die Schablonen systematisch erfasst, fotografiert und in einem digitalen Bildkatalog zusammengeführt.
Nach einer thematischen Einführung wird die Dokumentationsarbeit, der entstandene Bildkatalog und die überarbeitete museumseigene Inventarisierungsliste beschrieben. Anhand ausgewählter Beispiele erfolgt eine in Teilen eine exemplarische historische Einordnung der ausgewählten Objekte in den Werkstattkontext Richard Jacobs und zeitgleich wird aufgezeigt, wie mittels moderner Computersoftware im Sinne des Reverse Engineerings die Aufnahmen für die Rekonstruktion der historischen Formen genutzt werden können, um das Potential der gewonnenen Bilddatenbank für die praktische und kulturhistorische Arbeit zu unterstreichen.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den dynamischen Eigenschaften von Drumsticks und den resultierenden Schallspektren verschiedener Ridebecken. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit Unterschiede in der Eigenfrequenz von Drumsticks mit Veränderungen des Kraftspektrums beim Anschlag sowie des angeregten Schallspektrums der Ridebecken zusammenhängen.
Hierzu wurden zwanzig Hickory-Drumsticks mit vergleichbarer Geometrie und Masse, jedoch unterschiedlichen Eigenfrequenzen, experimentell charakterisiert. Neben der Bestimmung von Eigenfrequenz, Masse, Volumen und Elastizitätsmodul wurden die Kraftspektren der Sticks sowie die Schallspektren von sechs Ridebecken an zwei definierten Anschlagpositionen gemessen. Ergänzend wurden Impulshammermessungen durchgeführt, um das frequenzabhängige Übertragungsverhalten der Ridebecken unabhängig von der Stickanregung zu erfassen. Die Auswertung erfolgte anhand des Spektralen Centroids sowie durch Korrelationsanalysen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Unterschiede in den dynamischen Eigenschaften der Drumsticks mit Veränderungen der Kraftspektren verbunden sind und sich diese grundsätzlich im Schallspektrum der Ridebecken widerspiegeln. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Übertragungsverhalten der jeweiligen Ridebecken einen wesentlichen Einfluss auf die resultierenden Schallspektren ausübt und den Beitrag der Stickeigenschaftenteilweise überlagert. Die Eigenfrequenz kann unter den vorliegenden Randbedingungen als reproduzierbarer Kennwert zur Charakterisierung der dynamischen Stickeigenschaften betrachtet werden, ihr Zusammenhang mit dem Schallspektrum wird jedoch über das Kraftspektrum und das frequenzabhängige Übertragungsverhalten des Ridebeckens vermittelt.
Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals systematisch und messtechnisch, ob die Position und Flächengeometrie der Kinnhalterbefestigung das Fernfeldabstrahlverhalten der Violine nachweisbar beeinflusst. An sieben Instrumenten wurden Übertragungsfunktionsmessungen in zwei Klemmkonfigurationen durchgeführt: einer mittigen, geteilten Auflagefläche (KHM) und einer seitlichen, durchgehenden Kontaktzone (KHS). Beide Konfigurationen wurden mit einem definierten Anzugsmoment von 0,15 Nm angezogen; für zwei Instrumente wurden ergänzend Messungen mit erhöhtem Drehmoment (0,22 Nm) durchgeführt. Die Auswertung erfolgte anhand von Band-Average-Kennwerten nach Dünnwald und Ziegenhals sowie anhand der Frequenzlagen und Amplituden der Signaturmoden A0, CBR, B1− und B1+.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Veränderung der Klemmposition zu messtechnisch erfassbaren Unterschieden im Abstrahlverhalten führt. Der konsistenteste Befund ist eine Amplitudenabnahme der CBR-Mode bei seitlicher Klemmung bei sechs von sieben Instrumenten, sowie ein Anstieg von ΔLAusg bei allen sieben Instrumenten. Bei drei Instrumenten wurden zudem signifikante Verschiebungen der Helmholtzresonanz fA0 zwischen 16 und 41 Hz beobachtet. Der Gesamtabstrahlpegel Lm 200–5000 Hz steigt bei sechs von sieben Instrumenten bei KHS leicht an. Die meisten Unterschiede liegen an der Grenze oder unterhalb psychoakustischer Wahrnehmungsschwellen nach Fritz et al. (2007); die CBR-Amplitudenänderungen bei einzelnen Instrumenten überschreiten diese jedoch. Die Arbeitshypothese wird bestätigt: Veränderte mechanische Randbedingungen am Unterbug durch unterschiedliche Kinnhalterklemmpositionen führen zu nachweisbaren Veränderungen im Frequenzspektrum.
Während CAD- und CNC-Techniken in der industriellen Massenproduktion von Streichinstrumenten zur stetigen Reproduktion schon lange etabliert sind, fordert der Einsatz im hochwertigen, handwerklichen Geigenbau flexiblere und dynamisch anpassbare digitale Werkzeuge.
Die fortschreitende Digitalisierung bietet auch dem traditionellen Handwerk neue Chancen. Europäische Geigenbauwerkstätten – meist Klein- und Solobetriebe – stehen jedoch vor hohen finanziellen und softwaretechnischen Einstiegshürden. Es fehlt an barrierefreien, flexiblen Werkzeugen, die die für den Geigenbau essenzielle gestalterische Individualität digital abbilden können.
Diese Bachelorarbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen von parametrischen CAD-Modellen als unterstützendes Werkzeug für nicht speziell ausgebildete Anwendergruppen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit sich handwerkliche Prozesse durch dimensionsgetriebene Parametrik barrierearm digitalisieren lassen.
Methodisch wird dies über die exemplarische Entwicklung eines anpassbaren Violinstegmodells in Autodesk Fusion 360 umgesetzt. Dokumentiert wird der gesamte Prozess von der Softwareauswahl über die Definition einer logischen, alphanumerischen Parameterstruktur bis hin zur Nutzungsanleitung und der praktischen Erprobung mittels CNC-Fertigung.
Die Ergebnisse demonstrieren die grundsätzliche Machbarkeit des Ansatzes: Eine CAD-ungeübte Testperson konnte das Modell in unter zwei Stunden erfolgreich an individuelle Anforderungen anpassen. Gleichzeitig offenbaren sich allgemeine und systemische Grenzen des aktuellen Entwicklungsstands. Zudem erschweren die nötige Hardwareleistung und eine dünne Infrastruktur spezialisierter Fräsdienstleister die ökonomische Umsetzung im Werkstattalltag. Die Arbeit versteht sich daher nicht als perfektioniertes Endprodukt, sondern als wichtiger, zukunftsweisender Schritt. Sie zeigt, dass parametrische Basisdateien als Fundament dienen können, um die Brücke zwischen digitaler Präzision und handwerklicher Individualität langfristig zu schließen und Geigenbauenden Zugang zu empirischem Wissen zu gewähren.
Im traditionellen Cellobau verhindern Halsbewegungen während und nach der Montage des Halses am Korpus, dass der kritische Projektionswinkel, der die Saitenhöhe über dem Griffbrett und die Stegposition bestimmt, innerhalb der angestrebten Toleranzen stabilisiert wird. In Kombination mit Faktoren wie Saitenspannung, Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen sowie dem zeitabhängigen Materialkriechen des Holzes führen diese strukturellen Stabilitätsprobleme zu dauerhaften Deformationen des Instruments, was den Spielkomfort beeinträchtigt und kostenintensive Wartungsprozesse nach sich zieht. In den vom Autor im Rahmen seiner Projektarbeit „Theoretische Material- und Geometrieoptimierung der Cello-Halsstabilität in CAD-Simulationen“ im Jahr 2024 durchgeführten FEM-Simulationen unter Zuweisung unterschiedlicher Materialeigenschaften erweisen sich die technischen Keramiken oder Legierungen, die die höchste mechanische Leistung zeigten, in einer kleinen Geigenbauwerkstatt als praktisch unmöglich zu verarbeiten. Daher wurde kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff als die idealste und leistungsstärkste Alternative identifiziert, die direkt in der Werkstatt durch Boutique-Formverfahren hergestellt werden kann, ohne eine industrielle Fertigungsinfrastruktur zu erfordern. Diese Arbeit ist eine Fortsetzung des genannten simulationsbasierten Projekts und konzentriert sich auf den experimentellen Herstellungsprozess und die Validierung einer CFK-Stabilisierungsstange mit L-Form und einem Querschnittsübergang vom D-Profil zum O-Profil.
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, einen sicheren und reproduzierbaren Arbeitsablauf für die Herstellung dieser Verbundkomponente zur Verstärkung des Cellohalses zu entwickeln und detailliert zu dokumentieren. Methodisch ist die Forschung als ein iterativer Produktentwicklungsprozess aufgebaut, der die parametrische CAD-Optimierung, die CNC-Formenherstellung, die Bestimmung der Faserlagenkonfiguration und die thermischen Aushärtungsphasen umfasst. Diese Arbeit zeigt, dass die Kombination aus gerolltem UD-Kohlefasergewebe und einem darüber gezogenen Carbon-Flechtschlauch die funktionellste und am einfachsten zu realisierende Fertigungsmethode darstellt. Das entwickelte Produkt ist in diesem Zustand bereits direkt für den Cellobau einsatzfähig. Da bei der Verwendung von Prepregs Crimp-Effekte an den Innenecken beobachtet wurden, wird davon ausgegangen, dass das Materialpotenzial mit jener Methode nicht vollständig ausgeschöpft werden konnte. Alternative Verfahren wie die Harzinfusion könnten eine straffere, crimpfreie Ausrichtung der Fasern ermöglichen und so die Materialeffizienz maximieren. Um dies zu verifizieren, sind zukünftig detaillierte Messungen und Untersuchungen erforderlich.
Fragen zur Nachhaltigkeit spielen schon lange nicht mehr nur in großen Industriezweigen eine Rolle, sondern rücken zunehmend auch in spezialisierten Bereichen wie beispielsweise dem Geigenbau in den Fokus. Bislang fehlt allerdings eine fundierte methodische Bewertung, mit der sich der Ressourcenverbrauch von Streichinstrumenten systematisch betrachten lässt. Die vorliegende Arbeit setzt an dieser Forschungslücke an, indem exemplarisch untersucht wird, wie viel Material-Input in den wichtigsten Bauteilen einer Geige steckt. Zusätzlich wird dabei beleuchtet, wie sich der Material-Input zur Nut-zungsdauer des Instruments verhält und welche Rückschlüsse sich daraus auf dessen Nachhaltigkeit ziehen lassen. Als Bewertungsmethode wird der Material-Input pro Serviceeinheit (MIPS) herangezogen und exemplarisch auf die drei zentralen Holzarten Fichte, Ahorn und Ebenholz angewendet, wobei ein besonderer Fokus auf dem Materialeinsatz der Herstellung liegt, welcher anschließend der Nut-zungsdauer gegenübergestellt wird. Da zu diesem Thema bislang wenig belastbare Daten existieren, werden diese durch eine explorative Literaturrecherche sowie durch teilstandardisierte Expert:innenin-terviews mit acht Tonholzhändlern erhoben und miteinander abgeglichen. Verbleibende Datenlücken werden durch begründete Annahmen geschlossen. Es zeigt sich, dass die durchschnittliche Materialausbeute der betrachteten Bauteile nur rund 1,5 % beträgt, wobei der Materialverlust sowohl bei der Roh-stoffgewinnung und Tonholzherstellung als auch bei der eigentlichen Herstellung der Geige entsteht. Durch die lange Nutzungsdauer relativiert sich dieser hohe anfängliche Ressourceneinsatz jedoch deutlich. Der Material-Input pro Serviceeinheit sinkt in den ersten Nutzungsjahren stark und steigt erst durch notwendige Reparaturen, wie etwa den Austausch des Griffbretts, wieder kurzfristig an. Im weiteren Verlauf pendelt sich der Wert auf einem vergleichsweise stabilen Niveau ein. Zusätzlich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich der Material-Input weniger durch technische Verbesserungen der Sägewerke reduzieren lässt als durch eine weniger strenge optische Qualitätsauswahl beim Tonholz. Würden farbliche und weitere optische Abweichungen vom gängigen Standard stärker akzeptiert, ohne dass dies klangliche Nachteile mit sich bringt, ließe sich die Materialausbeute vermutlich deutlich steigern. Die Arbeit liefert somit eine erste methodische Grundlage für künftige Nachhaltigkeitsbewertungen von Streichinstrumenten und zeigt, dass nachhaltiger Geigenbau vor allem einen bewussteren Umgang mit dem Rohstoff Holz voraussetzt.
Der Gitarrenkopf liegt als strukturelles Bauteil unmittelbar im mechanischen Schwingungspfad des Instruments und beeinflusst über seine geometrischen und trägheitsbedingten Eigenschaften das modale Verhalten des gesamten Halses. Eine systematische, quantitative Untersuchung, wie sich die Kopfkonstruktion auf das Schwingungsverhalten auswirkt, fehlt in der wissenschaftlichen Literatur bislang. Die vorliegende Arbeit geht dieser Frage mit einem kombinierten numerisch-experimentellen Ansatz nach, am Beispiel zweier realer Gitarrenhalskonstruktionen aus Ahorn, deren Geometrien der Hersteller Lakewood Guitars sowohl in realer als auch in digitaler Form bereitgestellt hat.
Die Untersuchung beruht auf drei methodischen Säulen. Die erste ist die numerische Modalanalyse mit der Finite-Elemente-Methode, durchgeführt in SimScale auf Basis von in Autodesk Fusion 360 aufbereiteten CAD-Daten. Beide Kopfkonstruktionen, der Flachkopf und der Fensterkopf, werden unter identischen Randbedingungen mit einem orthotropen Materialmodell für Bergahorn simuliert; erechnet werden die ersten 20 Eigenmoden. Eine dreistufige Konvergenzstudie sichert die Netzunabhängigkeit, eine Sensitivitätsstudie quantifiziert den Einfluss unvermeidlicher Materialparameterunsicherheiten.
Die zweite Säule ist die experimentelle Modalanalyse mit Kontaktmessung, durchgeführt mit dem OnoSokki-CF7200. Durch Impulsanregung an einer definierten Position auf der Obersattellinie und die sequenzielle Erfassung der Schwingungsantworten in alle drei Raumrichtungen entstehen Frequenzgangfunktionen hoher statistischer Qualität, die als primäre Validierungsreferenz für die Simulation dienen.
Die dritte Säule umfasst die kontaktlosen Flächenmessungen mittels Scanning-Laser-Vibrometrie, durchgeführt mit dem PSV-500 von Polytec, die die Schwingungsmodenformen in Z-Richtung direkt sichtbar machen und so einen qualitativen Vergleich mit den FEM-Modenformen erlauben, anschließend wird eine MAC-Analyse durchgeführt.
Die Ergebnisse weisen die strukturdynamischen Unterschiede zwischen Flach- und Fensterkopf erstmals nach.
Untersuchungen zum Einfluss von GNSS-Daten auf die dreidimensionale Vermessung von Unfallstellen
(2026)
In der vorliegenden Masterarbeit wird der Einfluss von GNSS-Daten auf die dreidimensionale Vermessung von Unfallstellen untersucht. Zu Beginn der Ausarbeitung werden die nötigen Grundlagen ergänzt, bevor diese im weiteren Verlauf angewendet werden. Es folgen die Erläuterung des Versuchsaufbaus und die Nennung der verwendeten Messmethoden und Geräte. Der Fokus liegt auf dem Bildsatz eines mobilen Endgeräts, das mit einem GNSS-Empfänger ausgestattet ist.
Auf Basis dieses Bildsatzes werden im Rahmen der Untersuchungen Punktwolken mittels Mehrbildphotogrammetrie mit und ohne GNSS-Daten erstellt. Zum Vergleich dienen die Punktwolken des Bildsatzes einer digitalen Vollformatkamera und die Punktwolke eines Laserscanners. Zur Beurteilung der Genauigkeit werden die durchschnittliche Punktabweichung und die Flächengenauigkeit herangezogen.
Abschließend wird ein Fazit formuliert, in dem dargelegt wird, wo der Einsatz von GNSS-Daten in der Photogrammetrie sinnvoll ist.
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Verfahrens zur Prüfung der Betriebsfestigkeit von Blattfedern. Die Arbeit soll sich dabei an bestehenden Vorgaben aus dem VdTÜV Merkblatt 751 orientieren. Motivation der Arbeit ist, dass für Blattfedern im Gegensatz zu Schraubenfedern keine eindeutig festgelegten Prüfkriterien zur Beurteilung der Betriebsfestigkeit vorliegen. Das Verfahren wird exemplarisch anhand von Tieferlegungsblattfedern für den Trabant 601 entwickelt und praktisch angewendet.
Zunächst werden die Grundlagen der Fahrzeugfederung, der Aufbau und die Eigenschaften von Blattfedern sowie die Unterschiede zu Schraubenfedern dargestellt. Darauf aufbauend wird untersucht, inwieweit bestehende Prüfverfahren für Schraubenfedern sinngemäß auf Blattfedern übertragen werden können.
Es folgt die Festlegung geeigneter Beurteilungskriterien. Dazu werden zunächst originale Blattfedern des Trabant 601 in neuen und gebrauchten Zustand miteinander verglichen. Der Vergleich erfolgt anhand geometrischer Größen sowie der Bewertung der Federkennlinien. Anschließend werden neu gefertigte Tieferlegungsfedern einem Schwingversuch unterzogen und darauffolgend nach den festgelegten Kriterien bewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine direkte Übertragung der Prüfverfahren für Schraubenfedern aufgrund des abweichenden Aufbaus von Blattfedern nicht direkt möglich ist. Durch eine fahrzeugabhängige Ermittlung der Prüfparameter lässt sich jedoch ein anwendbares Prüfverfahren ableiten.
This article presents analytical approaches for determining the stress state in hypotrochoidal profiles (H-profiles) under torsional, bending, and shear loading. The focus lies on shear loading. Using conformal mapping, a formulation of elasticity theory is first adapted to H-profile cross-sections. Closed-form solutions for the respective stress components are then derived by solving a reformulated surface integral. Suitable conformal mappings for hypotrochoidal contours are obtained through a successive method applied to their parametric description. These mappings are essential for the elasticity-theoretical formulation used to determine the stress state in the profile bar. Building on this, the transverse shear stresses for H-profile cross-sections are determined for the first time. The influence of shear stresses on the overall stress state is discussed in detail. These stresses generally act in a rotational manner and superimpose on the torsional stresses. This effect proves more pronounced here than in circular cross-sections. Accompanying finite element analyses (FEA), carried out for several examples, showed very good agreement with the analytical solutions. From the resulting maximum stress values and stress gradients, form and notch factors are calculated. The proposed procedure also applies to combined loading cases. It is intended for use in the new standard covering hypotrochoidal profile contours.
Das Diplomprojekt untersucht das Fehlbetätigungsverhalten von Fahrzeugpedalen in einem Pkw mit manuellem Schaltgetriebe während einer konkret definierten Ausparksituation. Untersuchungsgrundlage bildet die Fragestellung, ob durch ein Abrutschen der Füße vom Kupplungspedal Schäden an benachbarten Fahrzeugen entstehen und welchen Umfang diese haben können.
Dafür findet zunächst eine Auswertung von Fachliteratur und Normen statt. Beleuchtet werden hierbei Grundlagen der Pedalerie, Zeitverläufe von Reaktion und Ansprechverhalten, Parkvorgänge, die menschliche Wahrnehmung, der Einfluss des Schuhwerks auf das Fahren sowie eine Zusammenfassung vorangegangener Untersuchungen.
Im Anschluss daran wird eine Probandenversuchsreihe unter Verwendung verschiedener Messeinrichtungen konzipiert. Das anknüpfende Kapitel beschreibt die Durchführung und anschließende Auswertung. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen eine Folgerung auf reale Schadenfälle zulassen, bei denen ein Abrutschen der Pedalerie als Unfallursache angeführt wird. Den Abschluss der Arbeit bildet ein zusammenfassender Ausblick für weiterführende Untersuchungsansätze.
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit modernen Sicherheitseinrichtungen und Fahrerassistenzsystemen bei Motorrädern. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung eines radarbasierten Kollisionswarnsystems an einer BMW R 1300 GS. Ziel der Arbeit ist es, den Einfluss eines solchen Systems auf das Brems- und Sicherheitsverhalten eines Motorradfahrers in definierten Gefahrensituationen zu betrachten.
Zu Beginn werden die Grundlagen der Motorradsicherheit, typische Risikofaktoren sowie passive und aktive Sicherheitssysteme dargestellt. Anschließend werden aktuelle Fahrerassistenzsysteme, insbesondere radarbasierte Kollisionswarnsysteme und deren Bedeutung für zukünftige Notbremsassistenzsysteme, erläutert.
Im praktischen Teil der Arbeit erfolgt eine experimentelle Untersuchung unter realen Fahrbedingungen. Dabei werden verschiedene Gefahrensituationen nachgestellt und das Systemverhalten mit sowie ohne aktivem Kollisionswarnsystem betrachtet.
Die Arbeit soll einen Beitrag zur Bewertung des sicherheitstechnischen Potenzials moderner Motorradassistenzsysteme leisten und mögliche Anforderungen an zukünftige motorradspezifische Notbremsassistenzsysteme aufzeigen.