„Erfolgsdefinition und Umsetzungsherausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit mit besonderem Fokus auf dem Gesundheitssektor – Eine qualitative Interviewstudie mit staatlichen, zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen.“

  • Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie staatliche, zivilgesellschaftliche und kirchliche Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Erfolg von Gesundheitsprojekten definieren, messen und bewerten. Darüber hinaus werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und Evaluation von Erfolg analysiert. Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Die Datenerhebung erfolgte anhand von fünf leitfadengestützten Experteninterviews mit Vertretern staatlicher, zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Die Auswertung erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz unter Verwendung der Software MAXQDA 2026. Ergebnisse: Trotz unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen der Akteure bestand weitgehend Einigkeit darüber, dass Erfolg mehr umfasst als die Erreichung quantitativer Zielindikatoren und dass langfristige Veränderungen, partnerschaftliche Zusammenarbeit und lokale Eigenverantwortung („Ownership“) zentrale Bestandteile erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit sind. Unterschiede zeigten sich vor allem in den Schwerpunkten der Erfolgsmessung und den jeweiligen institutionellen Anforderungen. Alle Befragten nannten ähnliche Herausforderungen. Die Messung langfristiger Wirkungen gestaltet sich durch zahlreiche externe Einflüsse als schwierig. Zudem stehen die Organisationen in einem Spannungsfeld zwischen Berichtspflichten und der Notwendigkeit einer lokal gesteuerten, flexiblen Projektumsetzung. Standardisierte Indikatoren erfassen qualitative Veränderungen wie gestärkte Partnerschaften, gesteigerte Eigenständigkeit oder die Stärkung der Gemeinschaft vor Ort oft nicht. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse machen deutlich, dass Erfolg in der Entwicklungszusammenarbeit nicht allein durch quantitative Indikatoren und einheitliche Bewertungsmodelle erfasst werden kann. Vielmehr sollte die Erfolgskontrolle auch den konkreten Projektkontext berücksichtigen. Die Arbeit zeigt, dass institutionelle Rahmenbedingungen das Erfolgsverständnis zwar beeinflussen, es jedoch nicht vollständig bestimmen. Entscheidend für die praktische Umsetzung sind vielmehr die handelnden Personen. Ihre Bereitschaft, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, lokale Perspektiven einzubeziehen und zwischen Rechenschaftspflicht und Flexibilität abzuwägen, prägt maßgeblich, wie Erfolg im Projektalltag verstanden, umgesetzt und berichtet wird.
  • This bachelor’s thesis examines how different actors in German development cooperation define, measure and evaluate the success of health projects. In addition, the study analyzes commonalities, differences and challenges in the practical implementation and evaluation of success. This study compares the perspectives of state, civil society and faith-based (christian) organizations. A qualitative research design was applied using five semi-structured expert interviews with representatives from these three actor groups. The interviews were analyzed through qualitative content analysis according to Kuckartz to identify similarities, differences and practical challenges in understanding and operationalizing success. Despite differences in the institutional framework of the organizations, there was a broad agreement that success encompasses more that the achievement of quantitative target indicators and that long-term change, partnership-based cooperation and local ownership are central components of successful development cooperation. Differences were mainly found in the focus areas of success measurement and the respective institutional requirements. All interviewees identified similar challenges. Measuring long-term impacts remains difficult because social and health outcomes are influenced by numerous external factors. Organizations also face tensions between reporting requirements and the need for locally driven, flexible project implementation. Standardized indicators often fail to capture qualitative changes such as strengthened partnerships, increased self-reliance or community empowerment. The study concludes that successful development cooperation cannot be explained by organizational structures or evaluation frameworks alone. While state, civil society and faith- based organizations operate within different institutional settings and accountability requirements, these frameworks do not fully determine how success is understood or pursued. Rather the findings indicate that the attitudes and decisions of the individuals involved play a crucial role. Their willingness to build genuine partnerships, support local ownership, balance donor requirements with local needs and embrace learning ultimately shapes how success is translated into practice.

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Metadaten
Author:Clara Elisabeth Neubert
Advisor:René Schubert, Krystin Zigan
Document Type:Bachelor Thesis
Language:German
Name:Westsächsische Hochschule Zwickau
Scheffelstraße 39, 08066 Zwickau
Date of Publication (online):2026/08/04
Year of first Publication:2026
Release Date:2026/09/16
Tag:Entwicklungszusammenarbeit; Erfolg; Erfolgsverständnis; Gesundheit; Qualitativ
Page Number:59
Note:
Aus Gründen des Datenschutzes wurden die Interviewpartner anonymisiert und die Transkriptionen der Interviews sind nicht öffentlich zugänglich.
Faculty:Westsächsische Hochschule Zwickau / Gesundheits- und Pflegewissenschaften
Release Date:2026/09/16