Gesundheits- und Pflegewissenschaften
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In Sachsen leben derzeit rund 104.000 Menschen mit einer festgestellten Demenz. Die Tendenz ist steigend. Der Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz ist nicht immer einfach. Oft ist es schwierig, sich auf die mit der Krankheit verbundenen Veränderungen einzustellen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns als Gesellschaft gegenseitig unterstützen und gemeinsam Wege finden, um diese Herausforderungen zu meistern. So können wir einen respektvollen Umgang mit Demenz ermöglichen. Viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind, leben in ihrem vertrauten Umfeld, oft allein, mit dem Partner oder mit Angehörigen, und möchten dies auch so lange wie möglich beibehalten. Unterstützung erhalten sie oft aus dem näheren Umfeld. Bei fortschreitender Demenz wird es besonders wichtig, dass die Versorgung der Betroffenen sichergestellt ist und sie entsprechende Angebote nutzen. Der vorliegende „Demenzwegweiser für den Landkreis Zwickau“ bietet Ihnen einen Überblick über zentrale Themen für Menschen mit Demenz sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote in Ihrer Nähe.
Einleitung und theoretischer Hintergrund: Studierende sind im Studienalltag vielfältigen Belastungen ausgesetzt, die ihre Gesundheit und Studierfähigkeit beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund gewinnen gesundheitsfördernde Strukturen an Bedeutung. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau wird ein Studentisches Gesundheitsmanagement im Projekt „live“ umgesetzt, für dessen nachhaltige Entwicklung die Zusammenarbeit verschiedener Stakeholder notwendig ist.
Ziel- und Fragestellung: Ziel dieser Arbeit ist die Analyse dieser Stakeholder hinsichtlich ihrer Interessen, Perspektiven, Ressourcen und Einflussmöglichkeiten. Darauf aufbauend werden entsprechend des Stakeholdermanagements Handlungsempfehlungen für den Umgang mit diesen Stakeholdern abgeleitet, um die erfolgreiche Entwicklung des SGM zu unterstützen.
Methodik: Die Analyse folgt einem qualitativen Forschungsdesign mit der Durchführung leitfadengestützter Interviews und Fokusgruppendiskussionen. Einbezogen wurden Stakeholder aus verschiedenen Bereichen. Die Auswertung der transkribierten Daten wurde mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz durchgeführt.
Ergebnisse: Es konnte erhoben werden, dass das SGM von zahlreichen Stakeholdern mit unterschiedlichen Rollen und Ressourcen beeinflusst wird. Dabei wurden Kooperationspotenziale und gemeinsame Interessen im Bereich Gesundheitsförderung sichtbar. Jedoch zeigen sich auch Herausforderungen hinsichtlich begrenzter Ressourcen, struktureller Rahmenbedingungen sowie der Ansprache und Beteiligung der Studierenden. Kommunikation, Vernetzung und Partizipation erweisen sich zudem als zentrale Faktoren für die nachhaltige Etablierung des SGM.
Diskussion und Fazit: Die Arbeit verdeutlicht, dass Studierendengesundheit als hochschulweite Querschnittsaufgabe verstanden werden sollte, die eine enge Zusammenarbeit erfordert. Für die langfristige Entwicklung des SGM sind vor allem eine strukturelle Verankerung, ausreichende Ressourcen sowie zielgruppengerechte und effiziente Kommunikations- und Beteiligungsstrategien relevant. Das qualitative Forschungsdesign ermöglichte es, die unterschiedlichen Perspektiven der Stakeholder sichtbar zu machen.
Einleitung/Zielstellung: Pflegeheime und deren Bewohner sind gegenüber
Großschadensereignissen sehr vulnerabel (Oschimansky, H., et al., 2018; Loose, A., 2022). Langanhaltende überregionale Stromausfälle sorgen u.a. für den Ausfall (medizin)technischer Anlagen und beanspruchen das Personal stark, wodurch die Gesundheit der Bewohner gefährdet wird (Bezirksregierung Münster, 2016; Sürgit, H., 2021). Trotz bindender Vorgaben zeigen sich Defizite in der Vorsorge (Loose, A., 2022; BAGFW, 2023). Deshalb wird in dieser
Arbeit das Katastrophenschutzkonzept eines sächsischen Pflegeheimes in Bezug auf einen dreitägigen Stromausfall in Westsachsen analysiert, um Handlungsempfehlungen abzuleiten, und zu untersuchen, welche strukturellen und organisatorischen Hemmnisse die Krisenvorsorge- und Bewältigung beeinträchtigen.
Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine Risikoanalyse in Anlehnung an den Vorgaben des BBKs auf das Katastrophenschutzkonzept angewendet. Hierbei wurden die Schritte der Risikoanalyse, -bewertung und -behandlung durchlaufen. Um die Ergebnisse der Klassifizierung der Schadensausmaße und SOLL-IST-Vergleiche zu visualisieren, wurde eine
Scan-Darstellung verwendet (BBK, 2019).
Ergebnisse: Das Katastrophenschutzkonzept erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. In mehreren Bereichen, z.B. „Evakuierungsbedarf“, „Unterbringungen“ und „immaterielle
Auswirkungen“ werden allerdings deutliche Defizite der Krisenvorsorge und Sicherheitslücken erkannt. Im Zuge der Risikoanalyse konnte u.a. ein Notfalldienstplan festgelegt, und der Verbrauch des Vorrats nach rollendem Prinzip eingeführt werden. Weiterhin wird bspw. die Anschaffung eines Notstromaggregates, mehr Vernetzung und Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren durch Runde Tische und die Stärkung der Resilienz des Personals durch Übungen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit empfohlen.
Diskussion: Trotz bekannter hoher Relevanz von Absprachen auf regionaler Ebene (BAGFW, 2023), konnte gerade in diesem Bereich kein nennenswerter Fortschritt erzielt werden. Die Zusammenarbeit wurde durch fehlende Informationen seitens des Pflegeheimes sowie unklarer Verantwortungen seitens des Amtes und der Hilfseinheiten gehemmt. Aufgrund fehlender Notstromkapazitäten wird viel Arbeit und Verantwortung auf das Personal übertragen (Kreitner, S., 2023). Um sowohl technische Ausstattung zu finanzieren als auch Maßnahmen zur Vorbereitung und Stärkung des Personals zu implementieren, braucht es neben flexiblerem finanziellem Spielraum (von Korff, S., 2025) und genügend (personellen)
Ressourcen für den Aufwand der Umsetzung solcher Maßnahmen (Sürgit, H., 2021) auch eine klare Strategie des Trägers (BMI, 2011). Zudem sollten Übungen, wie nach brandenburgischem Gesetz (§20 Abs. 3 BbgBKG), gesetzlich verpflichtend für Pflegeheime auf Landesebene beschlossen werden.
Einleitung: Digitale Kompetenzen zählen zu den Schlüsselqualifikationen für Lehrende im Pflegebereich. Im Rahmen der Untersuchung wird den Fragen nachgegangen, inwiefern sich die digitalen Kompetenzen von Pflegefachpersonen mit verschiedenen Tätigkeitsbereichen unterscheiden, und welche Implikationen sich aus der Clusterbildung für die zielgruppenspezifische Fort- und -weiterbildung ableiten lassen.
Methodik: Im Rahmen eines Webinars wurden 194 Personen mittels Selbsteinschätzung entlang der fünf digitalen Kompetenzdimensionen der Europäischen Union befragt. Zusätzlich war eine offen gestellte Validierungsfrage enthalten, welche die üblicherweise eingesetzte Suchstrategie erhob. Die Auswertung erfolgte mittels Two-Step-Clusteranalyse, t‑Tests und qualitativer Inhaltsanalyse.
Ergebnisse: Es konnten zwei klar unterscheidbare Cluster identifiziert werden. Cluster 1 (n = 67) wies durchgängig höhere digitale Kompetenzwerte auf (durchschnittlicher Differenzwert = 1,05). Die qualitative Auswertung belegte in diesem Cluster stärker strukturierte, theoriegeleitete Suchstrategien. Cluster 2 (n = 82) zeigte eine stärkere Tendenz zu intuitiven, wenig validen Recherchestrategien. Jüngere Teilnehmende waren überproportional in Cluster 1 vertreten.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen einen heterogenen Stand digitaler Kompetenzen innerhalb der Zielgruppe. Während sich für Cluster 2 vor allem grundlegende Qualifizierungsbedarfe in mehreren digitalen Kompetenzdimensionen zeigen, betrifft der Weiterbildungsbedarf in Cluster 1 primär vertiefende und spezialisierende Kompetenzbereiche. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf nach gezielten Qualifizierungsmaßnahmen sowie einer systematischeren curricularen Verankerung digitaler Kompetenzen in Aus‑, Fort- und Weiterbildungsgängen im Pflegekontext.
Hintergrund/Fragestellung: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl älterer Menschen in Deutschland besteht ein wachsender Bedarf an Fachkräften, die über Kompetenzen zum Umgang mit altersbedingten Veränderungen verfügen – weit über den Gesundheits- und Pflegebereich hinaus. Die vorliegende Arbeit adressiert das Forschungsdefizit hinsichtlich der Wirkung von Alterssimulationen auf die Sensibilisierung berufsübergreifender Akteure, insbesondere aus den Bereichen soziale Dienste, Wohnungswirtschaft und Handwerk, die Dienstleistungen für ein möglichst selbstbestimmtes Altern im häuslichen Umfeld erbringen.
Studiendesign/Methoden: Im Rahmen eines quasiexperimentellen Designs wurde die Weiterbildung „Alter erleben“ mit dem Alterssimulationsanzug MAX (Modularer Alterssimulationsanzug eXtra) analysiert und mit alternativen Interventionsformen – einer passiven Simulation und einer reinen Wissensvermittlung – verglichen.
Ergebnisse: Die Studie umfasste 543 Teilnehmende und evaluierte die Auswirkungen der Interventionen auf emotionale, kognitive und motivationale Komponenten der Sensibilisierung. Die Ergebnisse belegen, dass aktive Alterssimulation mit dem Anzug MAX signifikant zur kurzfristigen Steigerung der Sensibilisierung beiträgt, v. a. in den Bereichen Empathie und Verständnis für altersbedingte Einschränkungen. Obwohl die motivationalen Effekte weniger nachhaltig waren, konnte auch vier Wochen nach der Maßnahme ein über dem Kontrollniveau liegender Effekt nachgewiesen werden. Die Wirkung zeigte sich unabhängig von der Berufszugehörigkeit der Teilnehmenden und unterstreicht somit die berufsübergreifende Relevanz des Ansatzes. Gleichzeitig liefert die Studie praxisbezogene Empfehlungen für die Strukturierung von Weiterbildungen und hebt insbesondere die Bedeutung erlebnisorientierter Lernformen hervor.
Diskussion: Methodische Schwächen wie ungleiche Gruppengrößen und eingeschränkte Validierung des Messinstruments werden als Limitationen benannt. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit von Alterssimulationen zur Sensibilisierung für altersbedingte Veränderungen und zeigen deren Potenzial für den Kompetenzaufbau im Kontext altersgerechter Dienstleistungen auf.
Schlussfolgerung: Weiterführende Forschung sollte insbesondere die Langzeitwirkung und weitere Zielgruppen sowie die Integration digitaler Simulationstechnologien adressieren, um neue Potenziale zur Gestaltung des demografischen Wandels zu erschließen.
Nursing education in conflict: How intersectionality impacts access to educational opportunities?
(2026)
Background: Nursing, as a pillar of healthcare, must train a diversifying workforce under increasingly complex conditions. Access to education is affected by intersectional factors including gender, international biographie, socio-economic status, and hierarchical structures, yet systematic analyses remain limited.
Methods: A PRISMA-based scoping review was conducted using PubMed, Ebsco CINAHL, PeDocs, CareLit, Livivo, and Google Scholar. Seventy studies were screened, with eight articles thoroughly analyzed for conceptual insights.
Results: Intersectional barriers substantially hinder access to educational and qualification opportunities in nursing, disproportionately affecting marginalized groups. Hierarchical structures, Eurocentric curricula, and inadequately adapted digital strategies exacerbate these disparities and perpetuate discriminatory practices that negatively impact both carers and patients.
Conclusion: Traditional deficit-oriented approaches focus on perceived adaptation issues among marginalized groups rather than on the structural barriers within the healthcare system. Early integration of intersectional perspectives in nursing education is essential for fostering ethical awareness, challenging power imbalances, and empowering professionals to dismantle discriminatory practices. Comprehensive curricular reforms that address racism, gender dynamics, and socio-economic inequities can promote inclusivity, improve professional retention, and enhance patient care outcomes. Systematically integrating intersectional frameworks into nursing education is crucial for reducing systemic inequities and catalyzing long-term structural change in the healthcare system.
Myokarditis früh erkennen
(2026)
Einleitung & theoretischer Hintergrund: Um die Versorgung von Patienten lückenlos sicherstellen zu können, ist die Verfügbarkeit von Blutspenden ein zentraler gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Baustein. Dabei kann das Blutspendeverhalten und die Motivation zur Blutspende von großer Bedeutung auch für die Zukunft sein.
Ziel – und Fragestellung: Das Ziel ist es daher, durch eine quantitative Befragung von Teilnehmern einer Blutspendeveranstaltung des Deutschen Roten Kreuz herauszufinden, in welcher Hinsicht motivationale Faktoren das Blutspendeverhalten und die Spendenabsicht beeinflussen. Zusätzlich soll untersucht werden, ob das soziale Umfeld der Befragten oder bestimmte Ereignisse Einfluss nehmen können.
Methodik: Das Design der vorliegenden Arbeit folgte einer Querschnittsstudie, deren Daten aus der Perspektive der Teilnehmenden einmalig zu einem bestimmten Zeitpunkt erhoben wurden. Die Erhebung erfolgte mithilfe eines quantitativen Fragebogens, welcher bei 4 Blutspendeveranstaltungen des Deutschen Roten Kreuz eingesetzt wurde. Insgesamt nahmen an der Befragung 222 Personen teil, die sich aktiv dafür entschieden haben Blut zu spenden. Untersucht wurden Zusammenhänge und Gruppenunterschiede zur Spendenmotivation sowie Spendenintention.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschiede für Personen mit eigener Transfusionserfahrung sowie für Personen im sozialen Umfeld im Kontext der Motivationsformen Introjektion und Identifikation. Hingegen konnte ein signifikanter Unterschied (p = 0,026) zwischen den Altersgruppen bezüglich der Spendenintention erfasst werden. Ein Zusammenhang konnte für die intrinsische Regulation hinsichtlich der Spendenhäufigkeit (r = 0,373) festgestellt werden. Des Weiteren wiesen alle Motivationsformen bis auf die externe Regulation einen signifikanten Zusammenhang zur Spendenintention auf.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigten grundlegend, dass insbesondere stärker selbstbestimmte Motivationsformen einen signifikanten Zusammenhang aufweisen. Zudem legten sie nahe, dass Ereignisse, die auf das Thema der Blutspende aufmerksam machen könnten, keinen bedeutsamen Einfluss nehmen und die Motivation selbstbestimmt ist.
Hintergrund: Flexible Arbeitszeitmodelle gewinnen angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und veränderter Erwartungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zunehmend an Bedeutung. Teilzeitarbeit stellt dabei für viele
Beschäftigte ein relevantes Arbeitszeitmodell dar und zugleich auch neue Anforderungen an Organisationen.
Ziel: Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, die Gründe für die Entscheidung von Mitarbeitenden der IHK Chemnitz für eine Teilzeittätigkeit zu untersuchen sowie arbeitsbezogene Erfahrungen und organisationale Rahmenbedingungen zu analysieren.
Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für die IHK Chemnitz abgeleitet werden.
Methode: Es wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte mittels sechs leitfadengestützter Interviews mit Teilzeitbeschäftigten der IHK Chemnitz. Die Auswahl der Interviewpartner erfolgte gezielt aus dem Kreis der
Beschäftigten mit Teilzeittätigkeit. Die Auswertung der erhobenen Daten orientierte sich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass Teilzeitarbeit vor allem durch individuelle Lebenslagen beeinflusst wird. Zentrale Motive sind familiäre Verpflichtungen, gesundheitliche Aspekte, der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie das Bedürfnis nach mehr Lebensqualität und zeitlicher Flexibilität. Gleichzeitig wurden Herausforderungen sichtbar, darunter bürokratische Hürden, eingeschätzte Nachteile bei Karrierechancen, Einschränkungen in der Kommunikation sowie Phasen erhöhter Arbeitsbelastung.
Schlussfolgerung: Teilzeitarbeit ist nicht nur eine Reduzierung von Arbeitszeit, sondern Ausdruck veränderter individueller Bedürfnisse und moderner Arbeitsanforderungen. Für Arbeitgeber ergibt sich daraus die Aufgabe, flexible Rahmenbedingungen zu schaffen, Teilzeitbeschäftigte fair einzubinden und Entwicklungsmöglichkeiten unabhängig vom Stundenumfang zu fördern. Teilzeitarbeit kann damit einen wichtigen Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität leisten.
Frühkindliche Entwicklungsauffälligkeiten können den Übergang in die Schule beeinträchtigen und sind für Früherkennung und Prävention im Öffentlichen Gesundheitsdienst von besonderer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit, welche individuellen und strukturellen Merkmale zum Zeitpunkt der Kindergarten-Reihenuntersuchung (KiTa-U) im Hinblick auf eine spätere Entwicklungsauffälligkeit bei der Schulaufnahmeuntersuchung (SchAU) relevant sind. Untersucht wird, ob sich frühe Befunde, Kontextmerkmale und Merkmale des Vorsorgeverhaltens als Prädiktoren späterer Auffälligkeiten erweisen.
Methodisch wurde eine retrospektive Längsschnittanalyse auf Basis verknüpfter Routinedaten des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Landkreises Zwickau durchgeführt. In die Analyse gingen Daten von 8.972 Kindern ein, deren Ergebnisse aus der KiTa-U der Jahre 2015 bis 2021 mit den Befunden der SchAU aus den Jahren 2017 bis 2023 verknüpft wurden. Geprüft wurden sechs Hypothesen mittels multivariater binär-logistischer Regressionen in fünf Entwicklungsbereichen: Sehen, Hören, Sprache, Feinmotorik und Grobmotorik.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein auffälliger Vorbefund in derselben Entwicklungsdomäne in allen fünf Modellen die stärkste Assoziation mit einer späteren Auffälligkeit aufwies. Die adjustierten Odds Ratios lagen zwischen 2,732 (Grobmotorik) und 8,709 (Sehen). Der hohe Effekt im Bereich Sehen ist aufgrund einer eingeschränkten Modellanpassung des adjustierten Modells vorsichtig zu interpretieren. Darüber hinaus zeigten sich domänenübergreifende Zusammenhänge zwischen mehreren Entwicklungsbereichen. Ein unvollständiges oder nicht vorgelegtes Vorsorgeheft war in den Bereichen Sehen, Sprache und Feinmotorik mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Auffälligkeiten assoziiert (aOR = 1,207 bis 1,415). Für den Förderstatus ergaben sich überwiegend positive Zusammenhänge mit späteren Auffälligkeiten, während pandemiebezogene Kohorteneffekte kein konsistentes Muster über alle Domänen hinweg zeigten.
Die Befunde deuten darauf hin, dass die KiTa-U ein relevanter Zeitpunkt für die frühe Identifikation erhöhter Entwicklungsrisiken sein kann. Aufgrund des Studiendesigns erlauben die Analysen jedoch keine kausalen Schlussfolgerungen. Die Arbeit ist zudem nicht als formal validiertes Prognosemodell zu verstehen, sondern primär als längsschnittliche Analyse von Zusammenhängen. Die Aussagekraft der Ergebnisse wird zudem durch die fehlende direkte Erfassung des sozioökonomischen Status und die regionale Beschränkung auf den Landkreis Zwickau begrenzt. Insbesondere strukturelle und kohortenbezogene Befunde sollten daher nur mit Zurückhaltung interpretiert werden.
Hintergrund: Pflegekräfte in der stationären Altenpflege sind im Arbeitsalltag erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt. Der Umgang mit herausforderndem Verhalten von Bewohnern stellt dabei eine zentrale Belastungsquelle dar.
Ziel: Ziel dieser Arbeit war die systematische Erfassung psychischer Belastungen von Pflegekräften im Umgang mit herausforderndem Verhalten sowie der damit verbundenen Ursachen, Auswirkungen und Unterstützungsbedarfe.
Methodik: Die Untersuchung folgte einem Mixed-Methods-Design mit explorativen, halbstrukturierten Interviews (n = 5) und einer standardisierten Paper-Pencil-Befragung (n = 36). Die Daten wurden qualitativ inhaltsanalytisch und quantitativ deskriptiv ausgewertet.
Ergebnisse: Als besonders belastend wurden kontinuierlich auftretende Verhaltensweisen wie Unruhe, fehlende Kooperationsbereitschaft und Weglauftendenzen beschrieben. Zentrale Ursachen waren demenzielle Veränderungen sowie strukturelle Rahmenbedingungen wie Zeitdruck und Personalmangel. Die Belastungen äußerten sich insbesondere in emotionaler Erschöpfung und körperlichen Beschwerden.
Fazit: Herausforderndes Verhalten stellt eine relevante und dauerhafte Belastung im Pflegealltag dar und verdeutlicht den Bedarf an strukturellen Entlastungsmaßnahmen sowie gezielten Unterstützungsangeboten für Pflegekräfte.
Introduction: The digital transformation in healthcare requires future professionals to have solid digital skills. Despite the global relevance of digital skills, little is known about how these skills differ in countries with different healthcare and education systems. This study compares the self-assessed digital skills of two institutional samples of healthcare and nursing students in Germany and India using the DigKomp 2.2 questionnaire and examines the correlation between perceived competence and the strategies reported for searching for information.
Methods: An online cross-sectional survey was conducted in April and May 2025 among 49 students in Germany and 256 students in India. Digital competences were assessed using the DigKomp 2.2 questionnaire, which covers all five dimensions of the DigComp framework. An open-ended question was used to record the students’ strategies for searching for reliable information on the internet. The quantitative data were analyzed using the Kolmogorov–Smirnov test, the Levene test, and the t-test for two independent samples.
Results: Both cohorts showed acceptable to high internal consistency across all DigKomp 2.2 dimensions. Students in the German cohort reported higher competencies in data processing and evaluation and communication/collaboration, while students from the Indian cohort scored higher in digital content creation, security and problem solving. The exploratory bivariate analysis between the Indian and German samples revealed significant differences in 7 out of 15 items, specifically within the dimensions of digital content creation (3/3 items), Security (2/3 items), data processing & evaluation (1/3 items), and problem solving (1/4 items), whereas no significant differences were found in communication/cooperation (0/2 items). Qualitative responses revealed structured and academically oriented search strategies among German cohort. Indian responses showed greater heterogeneity.
Discussion: Digital competence development varies substantially between the two institutional samples, reflecting differences in educational structures, access to digital technologies and national digitalization trajectories. While German students demonstrate strong academically grounded competencies, Indian students exhibit strengths in practical and applied digital competence. These findings underscore the need for context-sensitive digital education strategies that combine structured research competencies with practical digital literacy to prepare students for increasingly digitalized healthcare environments in both countries.
Digitales Employer Branding: Die Wirkung von Kununu und Co. auf Bewerbende Eine quantitative Studie.
(2026)
Einleitung und theoretischer Hintergrund
Die Arbeit untersucht den Einfluss digitaler Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Kununu und Glassdoor auf Bewerbungsentscheidungen von Studierenden. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnen Employer Branding und Arbeitgeberattraktivität an Bedeutung. Studien zeigen, dass negative Bewertungen das Image und die Bewerbungsintention besonders stark beeinflussen.
Ziel- und Fragestellung
Untersucht werden Nutzung, Relevanz und Einfluss von Arbeitgeberbewertungen bei Studierenden der WHZ Zwickau sowie mögliche generationale und regionale Unterschiede. Die Forschungsfragen umfassten: Welche Bewertungsformen sind aussagekräftig? Welchen Einfluss haben sie auf Bewerbungsentscheidungen? Gibt es generationale oder regionale Unterschiede?
Methodik
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit n = 125 Studierenden durchgeführt. Neben deskriptiven Analysen kamen Chi-Quadrat-Tests zum Einsatz. Analysiert wurden Nutzung, Einfluss und Bewertung von Sternebewertungen und Textkommentaren sowie regionale Präferenzen.
Ergebnisse
84 % kennen Arbeitgeberbewertungsplattformen, 67 % nutzen sie. Bei der letzten Bewerbung spielten sie für 32 % eine Rolle und beeinflussten 31 % bei der Entscheidung. Textkommentare von Mitarbeitenden wurden am hilfreichsten bewertet (MW 4,32), gefolgt von Kommentaren von Bewerbenden (MW 3,45) und Sternebewertungen (MW 3,21). Ein signifikanter Zusammenhang zeigte sich zwischen Alter und der Bewertung von Textkommentaren. Regional werden insbesondere Leipzig, Chemnitz und Dresden als relevant wahrgenommen.
Diskussion und Schlussfolgerung
Bewertungen dienen primär der Absicherung und sind selten allein entscheidend. Textkommentare gelten als besonders authentisch. Regionale KMU sollten ihre digitale Sichtbarkeit stärken. Limitationen bestehen in Stichprobengröße und Querschnittdesign. Zukünftige Forschung sollte breitere Stichproben und experimentelle Designs einbeziehen.
Einleitung/Zielstellung: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Digitalisierung gewinnen Internetauftritte von Pflegeanbietern als Informations- und Kommunikationsinstrument zunehmend an Bedeutung. Ziel der Arbeit war es, die Webseiten ambulanter und stationärer Pflegeanbieter in Leipzig zu analysieren und hinsichtlich rechtlicher, struktureller, inhaltlicher und funktionaler Kriterien zu bewerten, um bestehende Defizite und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
Methodik: Die Untersuchung erfolgte als quantitative Querschnittsanalyse auf Basis einer standardisierten Checkliste mit zehn Themenbereichen und 71 Items. Analysiert wurden die Internetauftritte von 178 Pflegeanbietern. Die Auswertung erfolgte mittels deskriptiver Statistik sowie nichtparametrischer Testverfahren (SPSS, α = 0,05).
Ergebnisse: Rechtliche Mindestanforderungen wie Impressum und Datenschutzerklärung werden überwiegend erfüllt. Deutliche Defizite bestehen jedoch bei der inhaltlichen Transparenz und Nutzerorientierung der Webseiten. Angaben zu Kosten, Personalqualifizierung und Weiterbildungsangeboten sind selten vorhanden. Barrierefreie Gestaltungselemente wie Inhalte in leichter Sprache, anpassbare Schriftgrößen oder Vorlesefunktionen werden nur vereinzelt angeboten. Insgesamt nutzen die Anbieter die Möglichkeiten interaktiver und nutzerorientierter Onlinekommunikation nur eingeschränkt. Im Gruppenvergleich erzielten stationärer und nichtgewinnorientierte Pflegeanbieter sowie Pflegeanbieter mit einer Webpräsenz auf Trägerseiten insgesamt höhere Bewertungs-werte als ambulante, private Anbieter mit eigenständigen Webseiten. Keine der unter-suchten Webseiten erreichte eine gute oder sehr gute Gesamtbewertung, der Durch-schnitt lag bei der Note 3,7.
Diskussion/Schlussfolgerungen: Zusammenfassend zeigt sich, dass Pflegeanbieter in Leipzig zwar nahezu flächendeckend digital präsent sind, ihre Internetauftritte jedoch häufig nicht den Anforderungen an Transparenz, Barrierefreiheit und Nutzerfreundlichkeit entsprechen. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Informationsbedarfe von Pflegebedürftigen und Angehörigen besteht ein erheblicher Entwicklungsbedarf. Zukünftige Studien sollten empirische Nutzeranalysen einbeziehen, die reale Informationsbedürfnisse, Nutzungsmuster und Prioritäten erfassen.
Heart failure with preserved ejection fraction (HFpEF) remains challenging to diagnose due to the complexity of diastolic function assessment during stress echocardiography, where multiple hemodynamic parameters must be evaluated under time pressure. Explainable artificial intelligence, specifically rule-based Clinical Decision Support Systems (CDSS), offers promising improvements in reproducibility and interpretability.
Methods: A rule-based CDSS was developed and clinically validated to automate left ventricular diastolic function assessment during semi-supine bicycle stress echocardiography. A prospective cohort of 134 patients (mean age 61.3 ± 8.7 years) with exertional dyspnea and preserved left ventricular ejection fraction (LVEF >50%) was enrolled, excluding individuals with significant valvular pathologies, arrhythmias, or unstable ischemia. Echocardiographic and Doppler data were collected using Toshiba Aplio500 and Esaote MyLabSIGMA systems. The algorithm incorporated manual input of measurements, computed derived indices (e.g., diastolic reserve index, myocardial stiffness, vascular resistance), and applied rule-based logic in accordance with ASE/EACVI (2016/2022) guidelines and the ESC HFpEF consensus.
Results: The CDSS generated diagnostic conclusions within 3 min per case, matching expert assessments in 93% of cases and correctly identifying stress-induced diastolic dysfunction in 85%. It demonstrated high diagnostic agreement (ICC &gt; 0.94) and discrimination (AUC = 0.92). Rule-based outputs, such as “Impaired diastolic reserve” or “Right ventricular dysfunction under load,” were based on combinations of parameters (e.g., E/e′ > 15, Δe′ ≤ 0, TAPSE < 17 mm, PCWR > 12 mmHg).
Conclusion: The explainable, guideline-compliant CDSS enables real-time, transparent analysis of diastolic function, supporting improved diagnostic consistency and augmented physician decision-making in cardiovascular care.
The number of people in Germany requiring care has risen steadily, increasing the importance of informal care. This form of care is often associated with considerable psychological and physical strain. The aim of this study is to systematically categorize and qualitatively analyze the free-text responses from a survey on home care using an artificial intelligence-based approach in order to identify key challenges and support needs in home care from the perspective of informal caregivers and non-caregiving relatives. The study used data from a 2019 survey on home care in Saxony. Free-text responses were categorized and analyzed using GPT-4 Turbo within a hybrid human-AI workflow. All AI outputs were subsequently validated and corrected by researchers. Respondents reported substantial financial burdens for both care recipients and informal caregivers. They also highlighted structural barriers to accessing services and insufficient support from the care system. Improving home care requires structural measures, including the expansion of low-threshold counseling services, more flexible leave regulations, stronger financial security for informal caregivers, and the sustainable strengthening of care infrastructures. Given an AI error rate of 36.45%, the study emphasizes the need for human post-processing to ensure analytical accuracy.
Background: Following the current gold standard, autologous cancellous bone is used as part of alveolar cleft osteoplasty. To fill the bone defects, autologous bone material is harvested from the iliac crest using manual tools such as shepard chisels or trephine drills. The bone augmentations obtained in this way have a simple geometry, usually cylinders, and must then be manually adapted to the defect to be filled by the surgeon using surgical forceps and scissors. There are no established routines for the manufacturing of patient-specific, cost-effective surgical cutting guides. However, the accuracy of fit of the augmentations plays an important role in the healing process.
Methods: This paper focuses on a concept for the creation of necessary sequenced incision geometries based on 3D X-ray data of alveolar cleft defects.
Results: As a result, a procedure is to be developed for the preoperative design of individualised surgical cutting guides based on image data. We described a workflow to segment the cleft defect using reverse engineering from Cone-beam computed tomography (CBCT) data. The data was further processed and a keyhole contour was created. A stamping guide and a cutting guide were then derived. The stamping guides were scaled 5, 10 and 15% larger than the defect. In addition, two half-shells were produced, which will be used to investigate the clamping forces and the biological consequences in a follow-up study.
Conclusions: This article presents a developed routine for creating patient-specific templates and demonstrates its feasibility.
Einleitung:
Psychische Belastungen gelten als relevante Einflussfaktoren für Motivation, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit im Ausbildungs- und Berufsalltag sozialer Berufe. Insbesondere Auszubildende stehen in einer sensiblen Entwicklungsphase, in der schulische
Anforderungen, Prüfungsdruck sowie emotionale Beanspruchung zusammenwirken können.
Zielstellung:
Ziel dieser Bachelorarbeit war es, den Zusammenhang zwischen subjektiv wahrgenommener psychischer Belastung/Erschöpfung und der selbsteingeschätzten Ausbildungsleistung bei Auszubildenden in sozialen Berufen zu untersuchen. Darüber hinaus wurde geprüft, ob Unterschiede zwischen den Ausbildungsrichtungen Krankenpflegehilfe und Erzieherausbildung sowie zwischen dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr bestehen.
Methodik:
Die Untersuchung wurde als quantitative, empirische Querschnittsstudie durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe eines standardisierten Fragebogens an einem privaten Bildungszentrum. Insgesamt nahmen N = 64 Auszubildende teil. Analysiert wurden Zusammenhänge zwischen Belastungsintensität, Erschöpfungshäufigkeit, Motivation, Stressbewältigung und Ausbildungsleistung sowie Gruppenunterschiede nachAusbildungsrichtung und Ausbildungsjahr.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere psychische Belastung signifikant mit geringerer Motivation (r = −0,47; p < .001) sowie mit einer niedrigeren selbsteingeschätzten Ausbildungsleistung (r = −0,30; p = .015) zusammenhängt. Stressbewältigung erwies sich als protektiver Faktor und stand signifikant negativ mit Erschöpfungshäufigkeit (r = −0,36; p = .003) sowie signifikant positiv mit der Ausbildungsleistung in Zusammenhang (r = 0,38; p = .002); Unterschiede zeigten sich insbesondere zwischen den Ausbildungsrichtungen hinsichtlich der Belastungsintensität, während zwischen den Ausbildungsjahren kein signifikanter Unterschied
festgestellt wurde.
Diskussion:
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass psychische Belastungen im Ausbildungskontext mit motivationalen Einschränkungen und teilweise auch mit einer verminderten Ausbildungsleistung verbunden sind. Gleichzeitig kann Stressbewältigung als schützender Faktor wirken. Daraus ergibt sich die praktische Relevanz, frühzeitig Unterstützungsangebote und Maßnahmen zur Förderung von Stressmanagement in der Ausbildung zu etablieren.