430 Germanische Sprachen; Deutsch
The rapid development of Artificial Intelligence (AI) has profoundly transformed translation practices and poses new challenges for higher education. This article presents a multi-stage teaching project designed for MA students that critically explores the potentials and limitations of AI-based translation tools. Through the comparative analysis of literary and contemporary texts—most notably Franz Kafka’s short prose piece “Gib’s auf ”—students examine outputs from tools such as DeepL, Google Translate, ChatGPT, and Matecat. The project combines text analysis, comparison of machine translations, post-editing, and collaborative translation workshops, including direct interaction with a contemporary author. Results show that while AI tools provide efficient and often accurate support, they remain limited in conveying stylistic nuance, pragmatics, and cultural meaning. The study demonstrates that translation quality depends on human interpretation, creativity, and responsibility, highlighting AI as a didactic catalyst rather than a substitute for professional translational competence.
This article deals with the use of Artificial Intelligence (AI) in teaching German for specific purposes. It examines the potential of AI for the didactic design of exercises and teaching materials, for providing personalized feedback, and for supporting differentiated instruction. As a case study, a project conducted during the summer semester 2025 in Kyrgyzstan is presented, in which ChatGPT-supported exercises were developed and evaluated. Additionally, the perspectives of teachers regarding the opportunities and risks of using AI in specialized language teaching are discussed.
In this article, I present changes to the content of the Bachelor’s degree programme German Business Communication that I consider necessary in the light of AI-driven developments both in science and economic fields. I focus on developing critical thinking when students use Generative Artificial Intelligence (GenAI) in their scientific work. This fits in well with the programme’s critical and engaged academic approach. The article sets out with an empirical consideration of AI in academic settings and GenAI application within the framework of the degree programme. Based upon this, a teaching/learning unit on GenAI use in a module of the programme is presented, which was designed and implemented in the winter semester 2025/26. The preliminary results reveal that further considerations are required to expand teaching units on AI tools for specific areas of business communication.
Im ukrainischen Fremdsprachen-Unterricht wurden an Schulen und Universitäten bis vor Kurzem vier Fremdsprachen angeboten: Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Dabei lernten noch vor einigen Jahrzehnten etwa 20% aller Lerner Deutsch als Fremdsprache. Inzwischen hat sich die Situation zum Schlechteren für das Deutsche entwickelt. Dessen Anteil als erste Fremdsprache ist katastrophal gesunken. Jedoch wird es in der Ukraine immer noch gern als zweite oder dritte Fremdsprache gelernt. Es wäre sehr schade, wenn Deutsch von der Fremdsprachen-Landschaft in der Ukraine verschwinden würde, denn diese Sprache hat tiefe Wurzel in verschiedenen Teilen der Ukraine geschlagen und ist eng mit der ukrainischen Kultur verbunden. Bei der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage der Ukraine, die durch die russische Aggression gefährdet ist, kann man kaum Fortschritte in diesem Bereich erwarten. Andererseits ist das Engagement ukrainischer Germanist:innen und die Unterstützung ausländischer Partner so stark, dass man doch optimistisch in die Zukunft des ukrainischen DaF-Unterrichts schauen kann. Besondere Hoffnungen verbindet man mit dem angestrebten Kriegsende und dem EU-Beitritt der Ukraine. Es ist durchaus möglich, dass in absehbarer Zeit die Ukraine zahlreiche Fachleute mit Deutschkenntnissen brauchen wird. Darauf soll sich nun der ukrainische DaF-Unterricht vorbereiten.
Der Artikel schließt an Forschungsarbeiten von Ines Busch-Lauer im Bereich des wissenschaftlichen Schreibens an und untersucht spezifische Herausforderungen für internationale Studierende. Im Fokus stehen Abschlussarbeiten, die von den Autorinnen am Herder-Institut der Universität Leipzig sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut wurden, in denen Studierende eine eigene empirische Studie durchgeführt haben. Die Autorinnen weisen nicht nur auf Möglichkeiten studienbegleitender Seminarangebote hin, sondern zeigen an konkreten Beispielen, auf welche Stolpersteine in der Betreuung des Schreibprozesses geachtet werden sollte. Abschließend wird für die curriculare Verankerung von Seminaren plädiert, die speziell auf das Schreiben akademischer Texte abzielen, um die wissenschaftlichen Kompetenzen der Studierenden nachhaltig zu stärken.
Informationsverdichtende Textsorten wie das Abstract spielen aufgrund der Informationsflut in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik auch im deutschsprachigen Wissenschaftsdiskurs eine große Rolle zur Speicherung, Selektion sowie zum Transfer von Fachwissen. Der Beitrag beschreibt über die Definition, Klassifikation und Struktur von Abstracts einige Merkmale dieser Textsorte anhand deutschsprachiger Beispiele aus den Bereichen der Linguistik, Medizin und Informationstechnik. Nach einer Betrachtung von Gestaltungsrichtlinien für Abstracts in Fachzeitschriften/für Konferenzbeiträge werden einige Empfehlungen für die Vermittlung der Textsorte in Fachdeutschkursen vorgestellt.
Ziel dieses Beitrags ist der Vergleich von Formen und Diskursfunktionen der nominalen Anredeformen in verschiedenen Fernsehwahldebatten aus Brasilien, Portugal, Deutschland, Frankreich und Spanien.
Die sprachvergleichende Perspektive ist aus mehreren Gründen von besonderem Interesse. Zum einen liegt ein sprachstruktureller Unterschied zwischen dem Portugiesischen und den anderen Sprachen vor, der darin besteht, dass das Portugiesische eine große Zahl nominaler Anredeformen in sein Pronominalparadigma integrieren kann, wohingegen es diese Möglichkeit im Deutschen, Spanischen und Französischen nicht oder nur sehr begrenzt gibt.
Ein anderer Unterschied ist, dass es im Portugiesischen einen gewissen Spielraum dafür gibt, die interlokutive Distanz in der Interaktion durch Anredeformen auszuhandeln, was sich auch in den Wahldebatten zeigt. In den anderen drei Sprachen besteht diese Möglichkeit nur sehr eingeschränkt.
In allen fünf Debatten stehen die Anredeformen jedoch in engem Zusammenhang mit Fragen, wie z.B. der, wie Respekt oder Professionalität gezeigt wird, wodurch somit ein gewisser Zusammenhang zwischen der Wahl der Anredeformen und dem diskursiven Ethos manifest wird. Die Wahl der Anredeformen kann als strategisch betrachtet werden, wie auch der Wechsel von der Anrede zur delocutio in praesentia (Rede über den Gesprächspartner in seiner Gegenwart). Doch trotz dieser Parallelen zeigen sich deutliche Unterschiede in der Ausgestaltung, die die Frage nach interkulturellen Differenzen aufwerfen.