374 Erwachsenenbildung
Einleitung: Digitale Kompetenzen zählen zu den Schlüsselqualifikationen für Lehrende im Pflegebereich. Im Rahmen der Untersuchung wird den Fragen nachgegangen, inwiefern sich die digitalen Kompetenzen von Pflegefachpersonen mit verschiedenen Tätigkeitsbereichen unterscheiden, und welche Implikationen sich aus der Clusterbildung für die zielgruppenspezifische Fort- und -weiterbildung ableiten lassen.
Methodik: Im Rahmen eines Webinars wurden 194 Personen mittels Selbsteinschätzung entlang der fünf digitalen Kompetenzdimensionen der Europäischen Union befragt. Zusätzlich war eine offen gestellte Validierungsfrage enthalten, welche die üblicherweise eingesetzte Suchstrategie erhob. Die Auswertung erfolgte mittels Two-Step-Clusteranalyse, t‑Tests und qualitativer Inhaltsanalyse.
Ergebnisse: Es konnten zwei klar unterscheidbare Cluster identifiziert werden. Cluster 1 (n = 67) wies durchgängig höhere digitale Kompetenzwerte auf (durchschnittlicher Differenzwert = 1,05). Die qualitative Auswertung belegte in diesem Cluster stärker strukturierte, theoriegeleitete Suchstrategien. Cluster 2 (n = 82) zeigte eine stärkere Tendenz zu intuitiven, wenig validen Recherchestrategien. Jüngere Teilnehmende waren überproportional in Cluster 1 vertreten.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen einen heterogenen Stand digitaler Kompetenzen innerhalb der Zielgruppe. Während sich für Cluster 2 vor allem grundlegende Qualifizierungsbedarfe in mehreren digitalen Kompetenzdimensionen zeigen, betrifft der Weiterbildungsbedarf in Cluster 1 primär vertiefende und spezialisierende Kompetenzbereiche. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf nach gezielten Qualifizierungsmaßnahmen sowie einer systematischeren curricularen Verankerung digitaler Kompetenzen in Aus‑, Fort- und Weiterbildungsgängen im Pflegekontext.