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Die Quantenmechanik wird oft als revolutionärer Bruch mit der klassischen Physik dargestellt – eine mysteriöse Theorie, die nur durch abstrakte Postulate und philosophische Interpretationen verständlich wird. Doch diese Darstellung übersieht, dass ihre mathematischen Grundlagen in der klassischen Elektrotechnik verankert sind. Ausgehend von der Telegraphengleichung, die Lord Kelvin bereits 1855 für transatlantische Kupferkabel formulierte, zeigen diese Überlegungen, wie die Quantenmechanik nicht als Bruch, sondern als logische Weiter-entwicklung bekannter Konzepte verstanden werden kann.
Die Telegraphengleichung vereint in sich bereits alle Elemente der nichtrelativistischen Quantenmechanik: Im Grenzfall verlustfreier Leitungen wird sie zur Wellengleichung, bei starker Dämpfung zur Diffusionsgleichung und mit einer rein imaginären Dämpfungskonstante – einer Wick-Rotation – zur Schrödinger-Gleichung. Die zugrundeliegende mathematische Struktur dieser Gleichung, die universelle Theorie der Eigenfunktionen und Eigenwerte, wurde bereits von Sturm und Liouville im 19. Jahrhundert ausgearbeitet. Die dabei auftretenden speziellen Funktionen, wie Hermite-, Legendre- oder Laguerre-Polynome, waren lange vor der Quanten-mechanik bekannt und wurden für klassische Anwendungen entwickelt.
Was die Schrödinger-Gleichung liefert, lässt sich statt als abstrakte Wahrscheinlichkeit pragmatisch als statische Ladungsverteilung interpretieren, hier also auf ihren didaktischen Kern reduziert, gleich ob für ein einzelnes Atom oder über das Bloch-Theorem, für ein periodisches Kristallgitter. Die vier scheinbar getrennten Begegnungen mit der Quantenmechanik im Elektrotechnik-Studium – Dotierung, Bipolartransistor, MOS-Transistor und Nanoelektronik – sind keine neuen Prinzipien, sondern Anwendungen derselben Ladungsverteilungs-Logik.
Die Quantenmechanik, die ein Elektrotechniker benötigt, ist somit keine neue Physik, sondern die konsequente Anwendung bekannter Mathematik auf atomare Dimensionen. Sie ist kein Mysterium, sondern angewandte Leitungstheorie.
In Sachsen leben derzeit rund 104.000 Menschen mit einer festgestellten Demenz. Die Tendenz ist steigend. Der Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz ist nicht immer einfach. Oft ist es schwierig, sich auf die mit der Krankheit verbundenen Veränderungen einzustellen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns als Gesellschaft gegenseitig unterstützen und gemeinsam Wege finden, um diese Herausforderungen zu meistern. So können wir einen respektvollen Umgang mit Demenz ermöglichen. Viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind, leben in ihrem vertrauten Umfeld, oft allein, mit dem Partner oder mit Angehörigen, und möchten dies auch so lange wie möglich beibehalten. Unterstützung erhalten sie oft aus dem näheren Umfeld. Bei fortschreitender Demenz wird es besonders wichtig, dass die Versorgung der Betroffenen sichergestellt ist und sie entsprechende Angebote nutzen. Der vorliegende „Demenzwegweiser für den Landkreis Zwickau“ bietet Ihnen einen Überblick über zentrale Themen für Menschen mit Demenz sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote in Ihrer Nähe.
This paper deals with international scientific cooperation. Using the example of German-Chinese research cooperation, it shows that – contrary to the positive expectations that are widely placed on international scientific cooperation – from the point of view of the scientists involved, such collaborations are associated with great uncertainty and often perceived as a risk. In such settings, trust becomes particularly important.
Based on a systematic metaphor analysis conducted as part of a qualitative interview study with German and Chinese STEM researchers, it becomes clear that different types of trust exist in Sino-German scientific collaborations. The empirical material will be used to show that the framing with one or the other type of trust has an influence on how scientists organize their respective collaboration in practice.
The study contributes to shifting the focus of research on scientific cooperation to the interpersonal level in addition to the organisational level. Besides contractual framework conditions, collaborations need one thing above all: trusting relationships on a personal level.
Die Prüfung der Technischen Sauberkeit stellt in der Automobilindustrie einen wesentlichen Bestandteil der Qualitätssicherung dar. Gleichzeitig sind die zugehörigen Prüfprozesse häufig durch hohe manuelle Aufwände, komplexe Abläufe und unzureichend standardisierte Planungsgrundlagen gekennzeichnet. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines methodischen Leitfadens zur systematischen Analyse, Bewertung und Optimierung industrieller Prüfprozesse zur Technischen Sauberkeit. Hierzu werden Methoden des Qualitätsmanagements, Prozessmanagements und der Arbeitswissenschaft zu einem ganzheitlichen Vorgehensmodell kombiniert. Der Leitfaden umfasst die strukturierte Erfassung und Modellierung bestehender Prozesse mittels geeigneter Methoden der Prozessmodellierung (z. B. ereignisgesteuerte Prozessketten und Swimlane-Darstellungen), die Durchführung eines REFA-basierten Arbeitsstudiums zur Ermittlung von Zeitanteilen und Vorgabezeiten sowie die Analyse von Störgrößen, Stillstandszeiten und weiteren nicht wertschöpfenden Prozessbestandteilen. Ergänzend werden Risiken hinsichtlich der Belastbarkeit von Planungsdaten bewertet und Optimierungspotentiale systematisch identifiziert. Die Anwendbarkeit des entwickelten Vorgehens wird anhand eines industriellen Prüfprozesses im Umfeld der Technischen Sauberkeit exemplarisch demonstriert. Dabei werden betriebliche Besonderheiten einer durchgeführten Fallstudie bei der LINAMAR Antriebstechnik GmbH abstrahiert und die gewonnenen Erkenntnisse in allgemein gültige Handlungsempfehlungen überführt. Das Ergebnis ist ein praxisorientierter Best-Practice-Leitfaden, der Unternehmen bei der Standardisierung, Bewertung und kontinuierlichen Verbesserung von Prüfprozessen unterstützt. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur methodischen Weiterentwicklung der Prozessanalyse im industriellen Qualitätswesen und schafft eine Grundlage für effizientere und besser planbare Prüfprozesse im Bereich der Technischen Sauberkeit.
Borns Wahrscheinlichkeitsinterpretation von 1926 wurde ohne Kenntnis der Detektorphysik formuliert. Moderne Silizium-Photodetektoren zeigen, was Born nicht wissen konnte: Der Messprozess ist ein kontinuierlicher, irreversibler, physikalischer Vorgang mit messbaren Zeitskalen und Mechanismen – kein instantaner Kollaps, keine Rolle für das Bewusstsein des Beobachters. Wir beschreiben diesen Prozess als TIME (Temporal Interference with Multiple Eigenstates) – x – EMIT (Electronic Materialization via Irreversible Transition): drei Phasen eines einzigen kontinuierlichen Vorgangs. Der Moment x – der entropische Punkt – liegt im Detektor. Dort öffnet sich die Entropie irreversibel. Der Heisenberg-Schnitt ist physikalisch lokalisierbar, thermodynamisch beschreibbar, messtechnisch zugänglich. Das Überlappintegral des Bandübergangs verhält sich wie ein logisches UND-Gatter: Energie, Bloch-Symmetrie und – in indirekten Halbleitern – Phonon-Taktflanke müssen gleichzeitig erfüllt sein. Experimentelle Spektroskopie bestätigt die universelle Fourier-Relation zwischen Linienbreite und Lebensdauer – eine mathematische Identität, kein Quantenmysterium.
Dies ist reine Didaktik: kein neues Postulat, kein neues Experiment, keine neue Theorie. Nur die Physik, die seit Jahrzehnten in den Lehrbüchern steht – konsequent zu Ende gedacht.
Die Heisenbergsche Unschärferelation ΔE·Δt ≥ ℏ/2 gilt gemeinhin als Inbegriff der Quantenphysik – eine abstrakte Formel mit der kaum zu erinnernden Konstante ℏ = 1,054×10⁻³⁴ J·s. Dieser didaktische Beitrag zeigt, dass die Konstante durch eine einfache Einheitentransformation in die Ingenieursprache übersetzt werden kann: Δf·Δt ≥ 80 MHz·ns – merkbar, greifbar, intuitiv.
Das Ergebnis offenbart eine tiefere Wahrheit: Die Unschärfe ist keine exklusive Eigenheit der Quantenwelt, sondern eine direkte Konsequenz der Fourier-Transformation. Küpfmüller identifizierte diese Grenze bereits 1924 – drei Jahre vor Heisenberg – in der Nachrichtentechnik. Kennard und Weyl lieferten 1927/28 die rigorose mathematische Fundierung; Shannon vervollständigte 1948 das Bild durch die Informationstheorie.
Die vorliegende Arbeit entwickelt eine didaktisch motivierte Hierarchie von Unschärfeprodukten – 80, 160 und 320 MHz·ns – als Varianten desselben Fourier-Prinzips, je nach Definition von Bandbreite und Pulsdauer. Diese Werte werden anhand realer Systeme verifiziert: von atomaren Spektrallinien über digitale Logikfamilien bis zu IBM-Quantenprozessoren (Heron, 2024).
Die zentrale Botschaft: Die Elektrotechnik war stets Quantenmechanik – sie hat es nur nicht gewusst.
Der Welle-Teilchen-Dualismus ist kein Naturgesetz – er ist ein didaktisches Artefakt. Das semiklassische Modell (klassisches elektromagnetisches Feld, quantisierte Materie) ist für die gesamte Elektrotechnik-Ausbildung nicht nur ausreichend, sondern physikalisch präziser als die übliche Dualismus-Darstellung. Das Paper beschäftigt sich ausschließlich mit masselosen Quantenobjekten – elektromagnetischer Strahlung und deren Wechselwirkung mit Materie.
Drei experimentelle Belege bilden das Fundament: Fowler (1931) zeigte, dass die Grenzfrequenz des Photoeffekts bei T > 0 K ausschmiert – die Diskretheit sitzt in der Fermi-Dirac-Statistik der Materie, nicht im Lichtfeld. H. Hübel (1987) demonstrierte diesen Zusammenhang im Schulversuch. Klaus H. Herrmann (1994) lieferte den vollständigen festkörperphysikalischen Rahmen: Der äußere Photoeffekt ist ein Drei-Stufen-Prozess aus Eindringtiefe der Strahlung, Austrittstiefe der Elektronen und Austrittsarbeit – an keiner Stelle braucht man ein Lichtteilchen.
Ein einfaches Kamera-Doppelspalt-Experiment (150 Euro, Küchentisch) illustriert die drei Phasen sauber getrennt: Emission als quantisierter Materievorgang, Propagation als klassische Maxwell-Welle, Detektion durch die Bandstruktur des Silizium-Sensors. Die Grenze des Modells liegt bei Intensitätskorrelationen zweiter Ordnung – weit jenseits aller elektrotechnischen Anwendungen.
Licht ist die Sprache der Elektronen. Die Diskretheit bei der Wechselwirkung kommt nicht aus dem Feld – sie kommt aus der Materie.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Elektromobilitätswende und den daraus resultierenden Herausforderungen für die deutsche Automobilindustrie. Der erstarkende Nachhaltigkeitsgedanke der modernen Gesellschaft verändert das Mobilitäts- und Nachfrageverhalten an weltweiten Märkten. Internationale Automobilhersteller stehen im aktuellen Wandel zwischen politischem Willen und multidimensionalen Grenzen der Umsetzbarkeit. Die wirtschaftlich aufstrebende Volksrepublik China konnte sich dabei in jüngster Vergangenheit als Leitmarkt etablieren. Der chinesische Automobilbau gewinnt dabei ebenso an Bedeutung und neue Marken, wie „BYD“ verstärken den Wettbewerbsdruck auf deutsche Hersteller zunehmend. Die Abhandlung ordnete die Bedeutung der deutschen Automobilindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland anhand der Analyse quantitativer Indikatoren ein. Zusätzlich wurden traditionelle Stärken, Herausforderungen und Strategien in Bezug auf die Mobilitätswende für die drei erfolgreichsten deutschen Automobilunternehmen „Volkswagen“, „Mercedes Benz“ und „BMW“ untersucht. Die Relevanz Chinas, sowie die Besonderheiten des Marktumfeldes werden daran anknüpfend betrachtet, bevor die etablierten deutschen Hersteller mit dem chinesischen Disruptor „BYD“ gegenübergestellt wurden. Durchgeführt wurde hierzu eine Wettbewerbsanalyse mit Ausrichtung auf Produktdifferenziertheit nach dem „Fünf-Kräfte-Modell“ (Five-Forces) von Michael E. Porter. Die Gesamtstudie wurde abschließend durch eine Kombination von SWOT- und PESTEL-Analyse ausgewertet. Es wurden wesentliche Potentiale und Herausforderungen für deutsche Automobilhersteller abgeleitet. Diese sind nach globalem und chinesischem Kontext aufgeschlüsselt und in politische, ökonomische, soziale und technologische Dimensionen eingeordnet. Die Ergebnisse können als Grundlage für weiterführende Forschung konkreter Aspekte dienen.
Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) in die globale Wirtschaft löst eine tiefgreifende Transformation von Beschäftigungsverhältnissen aus. Die vorliegende explorative Studie untersucht diese Dynamik, ausgehend von einer technologischen Einordnung kognitiver Systeme, und analysiert sektorale Unterschiede in der KI-Adaption – mit Fokus auf das Gesundheitswesen, das Finanzwesen und das verarbeitende Gewerbe. Ein Kernstück der Untersuchung bildet die Bewertung künftiger Kompetenzprofile: Während hochspezialisierte technische Fähigkeiten und ausgeprägte Sozialkompetenzen an Bedeutung gewinnen, unterliegen repetitive Tätigkeiten einem hohen Substitutionsrisiko. Zur Visualisierung dieser disruptiven Kräfte wird das „Hufeisenmodell der KI-bedingten Arbeitsmarktdisruption“ entwickelt. Es zeigt auf, dass insbesondere die breite Mittelschicht der Gefahr einer Verdrängung ausgesetzt ist, während Tätigkeiten im Niedriglohnsektor und im Bereich der Hochspezialisierung bestehen bleiben. Die Arbeit schließt mit einer Debatte über die drohende soziale Einkommenskluft und liefert damit eine fundierte Basis für strategische Entscheidungen und weiterführende Forschungsfragen.
This chapter examines the innovative integration of AI chatbots, specifically focusing on Mizou, as a tool for French language acquisition among business administration students. Recognising the crucial role of learners’ technical language skills in global business environments, the study examines the advantages of employing chatbots for personalised and flexible learning experiences. These advantages include the provision of immediate feedback, the simulation of realistic business scenarios, and the delivery of tailored language support catering to individual student needs. The research hones in on the chatbot's interactive behavior with students learning about the nuances of the marketing mix in French, a key concept in business studies. Through the implementation of guided inquiry, scaffolding techniques to progressively build knowledge, and strategic bilingual communication, the chatbot facilitates vocabulary acquisition and the enhancement of conceptual understanding. A qualitative study, involving thirteen students at a German university of applied sciences, assesses the chatbot's multifaceted pedagogical approach. Findings highlight its potential to enhance students’ language skills, encourage their critical thinking and to prepare them for effective communication in diverse, global business environments.
Im ukrainischen Fremdsprachen-Unterricht wurden an Schulen und Universitäten bis vor Kurzem vier Fremdsprachen angeboten: Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Dabei lernten noch vor einigen Jahrzehnten etwa 20% aller Lerner Deutsch als Fremdsprache. Inzwischen hat sich die Situation zum Schlechteren für das Deutsche entwickelt. Dessen Anteil als erste Fremdsprache ist katastrophal gesunken. Jedoch wird es in der Ukraine immer noch gern als zweite oder dritte Fremdsprache gelernt. Es wäre sehr schade, wenn Deutsch von der Fremdsprachen-Landschaft in der Ukraine verschwinden würde, denn diese Sprache hat tiefe Wurzel in verschiedenen Teilen der Ukraine geschlagen und ist eng mit der ukrainischen Kultur verbunden. Bei der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage der Ukraine, die durch die russische Aggression gefährdet ist, kann man kaum Fortschritte in diesem Bereich erwarten. Andererseits ist das Engagement ukrainischer Germanist:innen und die Unterstützung ausländischer Partner so stark, dass man doch optimistisch in die Zukunft des ukrainischen DaF-Unterrichts schauen kann. Besondere Hoffnungen verbindet man mit dem angestrebten Kriegsende und dem EU-Beitritt der Ukraine. Es ist durchaus möglich, dass in absehbarer Zeit die Ukraine zahlreiche Fachleute mit Deutschkenntnissen brauchen wird. Darauf soll sich nun der ukrainische DaF-Unterricht vorbereiten.
Der Artikel schließt an Forschungsarbeiten von Ines Busch-Lauer im Bereich des wissenschaftlichen Schreibens an und untersucht spezifische Herausforderungen für internationale Studierende. Im Fokus stehen Abschlussarbeiten, die von den Autorinnen am Herder-Institut der Universität Leipzig sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut wurden, in denen Studierende eine eigene empirische Studie durchgeführt haben. Die Autorinnen weisen nicht nur auf Möglichkeiten studienbegleitender Seminarangebote hin, sondern zeigen an konkreten Beispielen, auf welche Stolpersteine in der Betreuung des Schreibprozesses geachtet werden sollte. Abschließend wird für die curriculare Verankerung von Seminaren plädiert, die speziell auf das Schreiben akademischer Texte abzielen, um die wissenschaftlichen Kompetenzen der Studierenden nachhaltig zu stärken.
Handlungsorientierte Fremdsprachendidaktik: Überlegungen zu Inhaltsverzeichnissen in DaF-Lehrwerken
(2025)
Der Artikel untersucht den handlungsorientierten Ansatz in DaF-Lehrwerken und analysiert dabei insbesondere die Inhaltsverzeichnisse von 18 Lehrwerken aus den Jahren 1979 bis 2022. Im Fokus stehen die Formulierungen von Sprachhandlungen und Unterschiede in der Interpretation des Handlungsbegriffs. Es wird festgestellt, dass moderne Lehrwerke oft kontroverse Formulierungen enthalten, die den handlungsorientierten Ansatz nicht optimal unterstützen. Während der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (Glaboniat et al. 2017) eine enge, sprachdidaktisch fundierte Definition von Sprachhandlungen verwendet, neigen die Autor/innen der Lehrwerke dazu, den Begriff weit zu fassen und mit Kommunikation gleichzusetzen. Diese Diskrepanz führt zu Unklarheiten in der didaktischen Umsetzung. Der Artikel argumentiert, dass die enge Interpretation des Handlungsbegriffs sinnvoller ist, da sie eine klare Verbindung zwischen sprachlichen Mitteln und kommunikativen Zielen ermöglicht. Dies eröffnet umfassendere Möglichkeiten für die Entwicklung von Aufgaben, die den Lernprozess im DaF-Unterricht fördern.
Im Beitrag wird eine kontrastive Analyse der Kundenkommunikation der Fluggesellschaften Austrian Airlines und Air France im sozialen Netzwerk Facebook vorgenommen, wobei neben den Posts der Unternehmen die Reaktionen der KundInnen und die sich daran anschließende Kommunikation der Fluggesellschaften untersucht werden. Die Studie ist qualitativ orientiert und basiert auf insgesamt 20 Posts sowie 200 Kommentaren, die im Juli 2022 erhoben worden sind. Die sprachlichen Besonderheiten, die thematische Strukturierung sowie die multimodale Gestaltung der Posts werden anhand der Methoden der Textlinguistik, der kritischen und der multimodalen Diskursanalyse ausgewertet.
Eine wesentliche Eigenschaft des Internets als Kommunikationskanal ist, dass hier die Möglichkeit geboten wird, dass sich Individuen mit ähnlichen Interessen einfach und direkt zusammenschließen können, um die gemeinsamen Interessen zu besprechen. Ein Beispiel solcher Zusammenschlüsse sind Patienten-Patienten-Foren. In diesem Beitrag werden Teile von zwei Interaktionen auf einem solchen Forum daraufhin analysiert, mit welchen Strategien der gemeinsame Wissensaufbau durchgeführt wird. Dabei stehen im Mittelpunkt die Komplexität angebotener kausaler Erklärungen und darauf aufbauend eine Charakterisierung der Beiträge dazu, wie die Sender der Posts die durch die Erklärungen signalisierte Wissensasymmetrie bearbeiten.
In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie sich der zunächst in als Erzbischof von Buenos Aires gehaltenen Predigten formulierte und dann erstmals außerhalb von Lateinamerika in der an ein internationales Publikum gerichteten Apostolischen Exhortation Evangelii Gaudium (2013) von Papst Franziskus verwendete spanische Neologismus cultura del descarte im Verlauf der folgenden beiden Enzyklika zu einem theologischen Fachterminus entwickelt, der nunmehr zunehmend – wie auch seine italienische Übersetzung cultura dello scarto – in der theologischen Forschung benutzt wird und als soziologischer Terminus auch darüber hinaus.
Anschließend soll die Problematik der Übersetzung des Terminus in verschiedene romanische und germanische Sprachen sowie ins Lateinische näher beleuchtet werden einschließlich der Problematik der ebenfalls im Spanischen terminologisch benutzten Derivationen (Verb: descartar, Adjektive: descartable, descartado und Substantiv: descartado). Abschließend wird aufgezeigt werden, aus welchen Gründen das häufig im Deutschen verwendete Übersetzungsäquivalent Wegwerfkultur zu einer Verkürzung des theologischen Ansatzes von Papst Franziskus bei der Rezeption im deutschen Sprachraum führt.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Sprache des Square Dance. Diese ist durch rekurrente Anweisungen zur Ausführung von Tanzschritten und Bewegungen gekennzeichnet, die aufgrund ihrer Mehrgliedrigkeit, relativen Stabilität sowie zumeist Idiomatizität in den Bereich der Phraseologismen eingeordnet werden können. In der Praxis des Square Dance zeigt sich jedoch, dass Caller in einem bestimmten Rahmen bewusst Modifikationen von Square-Dance-Calls vornehmen und dass ihre Kreativität von den Tänzern geschätzt wird. Der Beitrag beschreibt und klassifiziert zu beobachtende Abweichungen und zeigt dadurch, wie kreativer Sprachgebrauch vom Zusammenspiel zwischen Festgeprägtem und Innovativem lebt.
Ein Franzose und eine Deutsche möchten in Frankreich heiraten. Sie gehen fest davon aus, dass das innerhalb der EU kein großes Problem darstellen wird. Doch diese Annahme täuscht, denn sie stoßen auf eine Kombination zahlreicher juristischer, fachsprachlicher, menschlicher und interkultureller Probleme und Fragen. Die vorliegende Fallstudie, die auf Emails mit den jeweiligen Ämtern in Deutschland und Frankreich, Auszügen aus Dokumenten und einem Gesprächsprotokoll eines Gesprächs mit dem Paar basiert, zeichnet den Weg der Verlobten bis zur Eheschließung aus ihrer subjektiven Perspektive nach. Die Komplexität interkultureller Fachkommunikation an der Schnittstelle zwischen Interkultureller Kommunikation und Fachtextpragmatik kann hier somit an einem konkreten Beispiel und aus der Sicht von zwei betroffenen EU-BürgerInnen aufgezeigt werden.
Grundlage des Artikels ist die Kooperationsvereinbarung zwischen der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) und dem Eisenbahnunternehmen Die Länderbahn GmbH (DLB). An mehreren Beispielen werden die im Laufe von sechs Jahren angeeigneten Wissensbestände der Fachgruppe Fachbezogene Sprachausbildung an der Fakultät Angewandte Sprachen und Interkulturelle Kommunikation dokumentiert. Dabei soll der Blick auf die Lehrkräfte selbst gerichtet werden, die sich der für sie tendenziell unbekannten Fachsprache neu widmen müssen. Es soll deutlich werden, welche Besonderheiten das breit abgesteckte Themengebiet Eisenbahnsprache vorhält. Konkret geht der Artikel auf die Besonderheiten von Signalen als spezielles visuelles Sprachsystem sowie auf die Prioritätensetzung ein, die im Eisenbahnbetrieb flächendeckend beachtet werden müssen. Deswegen ist sie Basis für viele Entscheidungen, die Fahrgäste betreffen und diesen erklärt werden müssen. Schließlich wird die mündliche Sprache im Dialog zwischen TriebfahrzeugführerInnen und FahrdienstleiterInnen einem genaueren Blick unterzogen.
Ines und die Eisenbahn
(2025)