@mastersthesis{Reichert2020, type = {Master Thesis}, author = {Reichert, Nadine}, title = {Klinisches Risikomanagement in einem Krankenhaus der Regelversorgung: Identifikation von Verbesserungspotentialen anhand einer SWOT-Analyse}, institution = {Gesundheits- und Pflegewissenschaften}, school = {Wests{\"a}chsische Hochschule Zwickau}, pages = {153}, year = {2020}, abstract = {Als das Patientenrechtegesetz in Kraft tritt, sind Krankenh{\"a}user dazu verpflichtet, ein Risikomanagement- und Fehlerberichtssystem in die Unternehmensstruktur zu integrieren. Der Gemeinsame Bundesausschuss legte dazu Mindestanforderungen an das Klinische Risikomanagement (kRM) fest. Im Fokus stehen dabei bspw. niedrigschwellig gestaltete Fehlermeldesysteme, auf die alle Mitarbeiter Zugriff haben, um m{\"o}glichst viele Risiken aus verschiedenen Bereichen einer Organisation aufzudecken. Unterschiedlichste Studien zeigen jedoch, dass das deutsche Gesundheitswesen Nachholbedarf im Bereich des kRM aufweist. Nach der DIN EN ISO 9000:2015 und der DIN ISO 31000:2018 ist Risiko eine negative oder positive Abweichung vom Erwarteten. F{\"u}r die vorliegende Arbeit wird der Risikobegriff mit negativen Abweichungen assoziiert. kRM ist dabei die Gesamtheit zielgerichteter Maßnahmen, die die Mitarbeiter aller Hierarchieebenen zur Eind{\"a}mmung und Kontrolle von krankenhausinduzierten Patientensch{\"a}den bef{\"a}higen. Zusammengefasst l{\"a}uft der gesamte Risikomanagementprozess in f{\"u}nf Schritten ab, der Risiko-Identifikation, der -Analyse, -Bewertung und -Bew{\"a}ltigung sowie der Risiko-Evaluation. F{\"u}r jeden dieser Schritte gibt es verschiedene methodische Vorgehensweisen und Instrumente. Unter anderem z{\"a}hlen interne Audits, Befragungen, Fehlerm{\"o}glichkeits- und Einflussanalysen (FMEA), Gef{\"a}hrdungsbeurteilungen (GFB), ein Beschwerdemanagement, ein „Critical Incident and Report System" (CIRS) sowie Morbidit{\"a}ts- und Mortalit{\"a}tskonferenzen (M\&MK) dazu. Zum Umgang mit diesen Instrumenten gibt es unterschiedliche Empfehlungen. F{\"u}r alle ist jedoch empfohlen Verantwortlichkeiten festzulegen, mittels Checklisten und Formbl{\"a}ttern zu arbeiten und die Grunds{\"a}tze der Sanktionsfreiheit, Anonymit{\"a}t und Freiwilligkeit zu wahren. Weitere unterst{\"u}tzende Instrumente sind Prozessbeschreibungen sowie national und international geltende Normen und Gesetze. In der Projektphase ist eine umfassende Erhebung des IST-Standes im Bereich des kRM der Klinik durchzuf{\"u}hren. Zu ber{\"u}cksichtigen sind dabei f{\"u}r die Klinik g{\"u}ltige Verfahrensanweisungen und Konzepte zum kRM, die {\"u}ber eine Dokumentenanalyse ausgewertet werden. Des Weiteren wird die Handhabung der Instrumente {\"u}ber ein Interview mit der Qualit{\"a}tsmanagementbeauftragten der Klinik sowie {\"u}ber eine schriftliche Befragung verschiedener Berufsgruppen genauer hinterfragt und anschließend analysiert. Auf Grundlage dessen schließt sich eine Analyse der St{\"a}rken, Schw{\"a}chen, Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) des Prozesses an, um Strategien f{\"u}r das kRM abzuleiten sowie Verbesserungspotenziale aufzudecken. Die Analyse der Dokumente erfolgt iterativ. Dabei werden die einzelnen Abs{\"a}tze in den Dokumenten mehrmals bearbeitet und die daraus resultierenden Informationen werden vorher definierten Kategorien zugeordnet. Eine Bewertung der Informationen innerhalb der Kategorien erfolgt dann anhand aktueller Literatur. Das Experteninterview erfolgt mittels Interviewleitfaden und wird im Anschluss nach geltenden Regeln transkripiert. Die Auswertung des Transkriptes erfolgt anhand einer Dokumentenanalyse, wie eben beschrieben. F{\"u}r die Befragung werden insgesamt 25 Frageb{\"o}gen an die Chef{\"a}rzte und Stationsleitungen der einzelnen Abteilungen versandt sowie an einige Fachpflege- und Hilfskr{\"a}fte. Die Analyse der Angaben zum Umgang mit den einzelnen Instrumenten des kRM erfolgt {\"u}ber die Statistiksoftware SPSS. F{\"u}r die anschließende SWOT-Analyse werden interne St{\"a}rken und Schw{\"a}chen den externen Chancen und Risiken gegen{\"u}bergestellt und anhand von vier Grundgedanken daraus Strategien und Verbesserungspotenziale f{\"u}r das kRM abgeleitet. Aus der Analyse ergibt sich, dass die bereits genutzten technischen M{\"o}glichkeiten, die Vorgehensweise anhand von national und international geltenden Empfehlungen und Gesetzen, die Einbindung verschiedener Berufsgruppen, externer Fachkr{\"a}fte und Bereichsbeauftragter im kRM sowie das Erstellen von Verfahrensanweisungen, Checklisten und Formbl{\"a}ttern zu den einzelnen Instrumenten fortf{\"u}hren sind. Verbesserungspotenziale bestehen im Bereich der digitalen Prozess{\"u}berwachung, mit Pr{\"u}fung der kontinuierlichen Anwendung einzelner Instrumente, der Beteiligung an klinik{\"u}bergreifenden Netzwerken sowie der Informationsweitergabe an m{\"o}glichst alle Mitarbeiter. Daf{\"u}r gibt es bspw. die M{\"o}glichkeiten digitale Workflows zu nutzen, das Eintreten ins deutschlandweite CIRS-Netzwerk sowie die Weitergabe von Informationen zum kRM {\"u}ber E-Mailverteiler, ein schwarzes Brett oder die interne Zeitschrift der Klinik. Im deutschlandweiten Vergleich l{\"a}sst sich feststellen, dass die Klinik ein gutes kRM vorweist. Im Bereich der internen Schulungen zum Umgang mit klinischen Risiken haben die meisten deutschen Kliniken Nachholbedarf. Besonders positiv fallen beim analysierten kRM die Durchf{\"u}hrung von internen Audits sowie die Verwendung der Analysemethode der FMEA auf. Damit sich der systematische Umgang mit klinischen Risiken in allen Aktivit{\"a}ten der Einrichtung widerspiegelt, sind die Verbesserungspotenziale umzusetzen. Des Weiteren besteht die M{\"o}glichkeit einer Befragung der gesamten Belegschaft zum kRM, um die Motivation zur Beteiligung am Prozess aller Mitarbeiter herauszuarbeiten und einen umfangreicheren {\"U}berblick {\"u}ber Ursachen fehlender Beteiligung zu erhalten. Es ist wichtig das kRM als dynamischen Prozess zu verstehen und fortlaufend an sich {\"a}ndernde interne und externe Einfl{\"u}sse anzupassen.}, language = {de} }