@mastersthesis{Reichert2018, type = {Bachelor Thesis}, author = {Reichert, Nadine}, title = {Erhebung von Versorgungsdaten der Palliativstation der Klinikum Chemnitz gGmbH aus dem Zeitraum Juli 2015 bis Dezember 2015}, institution = {Gesundheits- und Pflegewissenschaften}, pages = {74 Seiten, 14 Abb., 12 Tab., 39 Lit.}, year = {2018}, abstract = {Die Bereitstellung von Informationen und Daten f{\"u}r den Bereich der Palliativmedizin hat f{\"u}r die Gesellschaft und die Forschung eine große Bedeutung. Ein gesellschaftlicher Diskurs zum Thema Pflege am Lebensende f{\"o}rdert die Weiterentwicklung der Palliativmedizin. Nicht zuletzt der demografische Wandel und der Wandel in den Familienstrukturen macht Palliative Care in der Zukunft unerl{\"a}sslich. Palliative Care, in Deutschland auch Palliativversorgung genannt, ist eine Zusammen-fassung verschiedener Handlungsprinzipien, die bei der Pflege sterbender Menschen vorherrschen. Die Definition der WHO f{\"u}r Palliative Care beschreibt sie als Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualit{\"a}t, beschr{\"a}nkt auf Patientenpopulationen mit unheilbaren Krankheiten. Die Pflege richtet sich auf die individuellen Probleme der Patienten und dessen Bezugspersonen aus, egal ob diese auf physischer, psychischer, sozialer oder spiritueller Ebene entstehen. Das Praktizieren von Palliative Care ist nicht ortsgebunden. So gibt es verschiedene SAPV-Angebote. Dies stellt eine bedarfsgerechte Versorgung unheilbar kranker Menschen dar, in einem Umfeld ihrer Wahl. Eine solche Betreuung gelingt nur durch die Unterst{\"u}tzung von Angeh{\"o}rigen und Ehrenamtlichen, die in der Palliative Care ein fester Bestandteil sind. Die Palliativmedizin wirkt nach Heilungsprinzipien, die schon lange vor Christi Geburt praktiziert werden. Mit der Hospizbewegung ab 1960 bringt die Vorreiterin Cicely Saunders und einige andere die Weiterentwicklung der Palliativmedizin in Schwung. Das Ziel dieser Arbeit ist es, mehr statistische Daten f{\"u}r die Forschung in der Palliativmedizin bereitzustellen. Betrachtet werden dabei verschiedene Parameter zur Struktur der Patientenpopulation und zur Versorgungssituation auf der Palliativstation der Klinikum Chemnitz gGmbH. Die Arbeit stellt einen Teil der Grundlage f{\"u}r einen geplanten sachsenweiten Vergleich vorliegender statistischen Parameter dar. Beispielhaft werden Beziehungen zwischen Variablen, mittels Hypothesentestung von drei Hypothesen, {\"u}berpr{\"u}ft. Die Klinikum Chemnitz gGmbH, bis zur Wende ein st{\"a}dtischer Eigenbetrieb, gibt es seit dem Jahr 1350. Mit einem starken Bev{\"o}lkerungswachstum setzte ab 1883 die stetige Erweiterung an verschiedenen Standorten des Klinikums ein. Im Fokus steht eine zielgerichtete Investitionspolitik, welche gut ausgebildetes Personal, stetige Renovierungen und die Arbeit mit Medizintechnik, die auf dem neuesten Stand ist, erm{\"o}glicht. Die Palliativstation am Standort K{\"u}chwald geh{\"o}rt zum Geriatriezentrum der Klinik. Ein multidisziplin{\"a}res Team erbringt hier nach den Grunds{\"a}tzen der Palliative Care eine ganzheitliche Pflege und Betreuung von unheilbar kranken, sterbenden Menschen. Die Untersuchung beruht auf Auswertungen von Patientenakten der Palliativstation. Einschlusskriterium ist ein Aufenthalt zwischen Juli 2015 und Dezember 2015. Eine Patientenakte ist seitens der Klinik nicht auffindbar, sodass 156 Akten die Grundgesamtheit abbilden. Die zu erfassenden statistischen Parameter werden {\"u}ber die Darstellung des Datensatzes mit seinen Variablen und dessen Auspr{\"a}gungen aufgezeigt. Die betrachtete Patientenpopulation weist einen Altersdurchschnitt von 70,16 Jahren auf und besteht zu 57,69\% aus m{\"a}nnlichen Patienten. In den meisten F{\"a}llen sind die Patienten verheiratet und leben in einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung. In einem Fall ist eine Demenzwohngruppe als Wohnort vor dem Aufenthalt auf der Palliativstation angegeben. 96,79\% der Patienten haben noch Angeh{\"o}rige in ihrem Umfeld. {\"U}ber 60\% der Patientenpopulation haben zum Zeitpunkt der Aufnahme eine Patientenverf{\"u}gung. Am h{\"a}ufigsten erfolgt die Aufnahme auf die Station aufgrund allgemeiner K{\"o}rperschw{\"a}che, einer stark ausgepr{\"a}gten Schmerzsymptomatik, einem reduzierten Allgemeinzustand oder Mangelern{\"a}hrung. Die h{\"a}ufigsten Diagnosen nach der Aufnahme sind b{\"o}sartige Neubildungen im Oberlappen des Bronchus (C34.1) und im Knochen oder Knochenmark (C79.5). Am meisten durchgef{\"u}hrte therapeutische Maßnahmen w{\"a}hrend des Aufenthaltes sind Physio- und Psychotherapie. Aber auch Seelsorge, unter anderem als Unterst{\"u}tzung der Angeh{\"o}rigen, wird in 20 F{\"a}llen genutzt. Schmerztherapie ist die h{\"a}ufigste medizinische Maßnahme. Die Schmerzmedikation l{\"a}sst sich in WHO-Stufen klassifizieren. Unter die WHO-Stufe III z{\"a}hlen bspw. die Medikamente Morphin und Hydromorphon. Beides wird, insgesamt in 115 F{\"a}llen, auf der Palliativstation verabreicht. Bei 51,92\% der Patientenpopulation werden diese Medikamente ab dem ersten Behandlungstag verabreicht. Eingewiesen werden die meisten F{\"a}lle von einer anderen Station der Klinik. Zudem kommen F{\"a}lle aus der Notfallambulanz, aus einem externen Krankenhaus oder durch Einweisung eines Haus- oder Facharztes. {\"U}ber die H{\"a}lfte der Patienten verstirbt noch w{\"a}hrend des Aufenthaltes auf der Palliativstation. 20,51\% werden nach Hause entlassen und die anderen in Hospize, andere Kliniken oder Pflegeeinrichtungen verlegt. Die durchschnittliche Verweildauer auf der Station liegt bei 9,26 Tagen und eine Wiederaufnahme von Patienten erfolgte in 25 F{\"a}llen. Unterst{\"u}tzungen außerhalb der Palliativstation werden in Form des krankenhausinternen Sozialdienstes von 64,1\% der Patientenpopulation und in Form ambulanter Weiterbetreuung von 15,4\% genutzt. Die Hypothesentests zeigen, dass sich die gepr{\"u}ften Variablen untereinander nicht beeinflussen. Die Nullhypothese kann in keinem der drei F{\"a}lle durch den Chi-Quadrat-Test verworfen werden. Kritisch zu betrachten ist die Repr{\"a}sentativit{\"a}t der Ergebnisse. Es sind keine Verallgemeinerungen auf andere Palliativstationen m{\"o}glich. Zudem kommt der Nachteil von retrospektiven Erhebungen, dass Fehler in der Dokumentation unbekannt bleiben und in die Auswertungen mit einfließen. Die Akten als schriftliche und digitale Medien erschwert die Datenerhebung, bringt jedoch die zu erfassenden Parameter hervor. Eine {\"U}bertragung von Excel in SPSS ist f{\"u}r die bessere Auswertung sinnvoll. Jedoch m{\"u}ssen einige Variablen im Nachhinein angepasst werden, was die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in den Werten erh{\"o}ht. Die Art und Weise der Erhebung und Bearbeitung der Daten erm{\"o}glicht trotzdem die Zielerreichung. Aus der Interpretation und dem Vergleich zum aktuellen Forschungsstand einzelner Ergebnisse lassen sich keine großen Unterschiede oder Besonderheiten in Bezug auf die deutsche Bev{\"o}lkerung erkennen. Das Ziel, die Struktur und Versorgungssituation der Patientenpopulation der Palliativstation des Chemnitzer Klinikums aufzuzeigen, wird {\"u}ber die Erhebung und Auswertung verschiedener statistischer Parameter erreicht. Die Arbeit stellt neue Daten f{\"u}r die Forschung im Bereich der Palliativmedizin zur Verf{\"u}gung. Zudem werden Daten bereitgestellt, die repr{\"a}sentativ f{\"u}r die Palliativstation dieses Klinikums sind. Zudem ist diese Arbeit ein Teil der Grundlage f{\"u}r einen geplanten sachsenweiten Vergleich. Dieser wird repr{\"a}sentative Daten f{\"u}r ganz Sachsen hervorbringen.}, subject = {Palliativmedizin}, language = {de} }