@misc{Richter2007, author = {Richter, Veronica}, title = {Internationale Standortwahl - Theorie und Praxis unternehmerischer Standortentscheidungen in Mittel- und Osteuruopa}, institution = {Sprachen}, pages = {103 Seiten, 3 Abb., 1 Tab., 82 Lit.}, year = {2007}, abstract = {Initiativen zu einer Standortentscheidung sind nicht nur bei Neugr{\"u}ndung eines Unternehmens relevant, sondern auch wenn wirtschaftliche Ver{\"a}nderungen weitergehende {\"U}berlegungen zu einer Standortentscheidung erforderlich machen. Der intensive Anstieg des Welthandels seit den 80er Jahren und die Herausbildung und Weiterentwicklung von großen Wirtschaftsgemeinschaften (z.B. der Europ{\"a}ischen Union) ver{\"a}ndern die Beschaffungs-, Produktions- und Absatzbedingungen der Unternehmen. Die daraus ver{\"a}nderten Bedingungen f{\"u}r Unternehmen geben zunehmend Anlass neue Standorte im Ausland zu gr{\"u}nden und von Standortvorteilen zu profitieren um die Wettbewerbsf{\"a}higkeit der Unternehmen zu erhalten oder auszubauen. Zu den Regionen, die in den letzten Jahren an Bedeutung f{\"u}r unternehmerische Standortentscheidungen gewonnen haben z{\"a}hlen die Mittel- und Osteurop{\"a}ischen L{\"a}nder. Diese haben sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einem Transformationsprozess unterzogen und sich mit dem damit verbundenen {\"U}bergang zur freien Marktwirtschaft wirtschaftlich f{\"u}r ausl{\"a}ndische Unternehmen ge{\"o}ffnet und sind zum Teil in die Europ{\"a}ische Union aufgenommen worden. Die wirtschaftliche {\"O}ffnung und die Anbindung an die EU bieten f{\"u}r Unternehmen neue M{\"o}glichkeiten, in dieser Region Standortvorteile wahrzunehmen. Diese M{\"o}glichkeiten dienen vor allem dazu unternehmerische Zielsetzungen zu erreichen. Diese Zielsetzungen k{\"o}nnen als Motive beschrieben werden, die mit einer Standortentscheidung im Ausland einhergehen. In der Literatur und Presse existiert eine Vielzahl von Motiven, welche Unternehmen dazu veranlassen k{\"o}nnen, einen Standort in den Mittel- und Osteurop{\"a}ischen L{\"a}ndern (MOEL) zu gr{\"u}nden. Diese reichen im Rahmen der Erhaltung der Wettbewerbsf{\"a}higkeit im Detail von Steuersenkungspotentialen {\"u}ber die Wahrnehmung von F{\"o}rderm{\"o}glichkeiten bis hin zu Kostensenkungspotentialen und der Erschließung von neuen M{\"a}rkten. Die Entscheidung f{\"u}r einen neuen Standort ist dabei stets in einen Standortentscheidungsprozess eingebunden. Zu den Aspekten des Standortentscheidungsprozesses existiert auch hier eine Vielzahl von Idealmodellen, nach denen dieser gestaltet werden kann. Ebenfalls zu Standortbedingungen in Mittel- und Osteuropa existiert eine Flut von Analysen. Jedoch stellt sich die Frage, inwiefern Unternehmen eine Standortentscheidung organisiert nach theoretischen Empfehlungen umsetzten, welche ihre vorrangigen Motive sind und wie diese die Standortbedingungen und Perspektiven in Mittel- und Osteuropa in der Realit{\"a}t einsch{\"a}tzen und wahrnehmen. Vor dem Hintergrund der zuvor beschriebenen Problematiken ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, im Spiegel einer theoretischen Literaturauswertung aufzuzeigen, wie die zuvor beschrieben Aspekte einer Standortentscheidung von Unternehmen mittels Unternehmensbefragungen in der Praxis gestaltet werden. Hieraus ergeben sich folgende zentrale Fragestellungen: - Inwiefern sind theoretische Modelle der Standortlehre in der Praxis relevant? - Welches sind die Motive von Unternehmen f{\"u}r eine Standortentscheidung in Mittel- und Osteuropa? - Wie gehen Unternehmen dabei im Rahmen des Standortwahlprozesses in Anlehnung an Idealmodellen vor? - Wie bewerten und nehmen Unternehmen ihren Standort in Mittel- und Osteuropa wahr? Zur Beantwortung der Fragen ist die vorliegende Arbeit im Wesentlichen in einen theoretischen und einen empirisch-praktischen Teil untergliedert. Dabei stellen der zweite und dritte Gliederungspunkt Ergebnisse theoretischer Erkenntnisse im Spiegel einer Literaturauswertung dar. Der vierte Punkt untersucht praktische unternehmerische Standortentscheidungen in Mittel- und Osteuropa und gleicht diese mit zuvor beschriebenen theoretischen Ausf{\"u}hrungen ab. In den theoretischen Grundlagen zur internationalen Standortwahl wird zun{\"a}chst einleitend auf die Bedeutung der Standortwahl im internationalen Zusammenhang eingegangen. Sie grenzt den Begriff des Standortes ab und f{\"u}hrt den Umfang und die Besonderheiten einer internationalen Standortentscheidung auf. Durch eine Systematisierung bestehender Forschungsrichtungen zur Standortproblematik wird weiterhin eine Abgrenzung zu anderen Lehren der Standortproblematik vorgenommen, denn Standortfragen betreffen nicht nur einzelne betriebliche Entscheidungen, sondern haben ebenfalls gesamtwirtschaftliche Aspekte zum Gegenstand. Als Ergebnis hieraus sind die Arbeiten der Standortbestimmungslehre und internationalen Standortlehre f{\"u}r die vorliegende Arbeit von Bedeutung. Sie liefern erste wesentliche Erkenntnisse zur Wahl eines geeigneten Standortes und stellen wesentlichen Elemente und Grundlagen der Standortwahl im nationalen und internationalen Kontext dar. Bedeutende Vertreter sind hierbei Weber und Behrens, die erste Erkenntnisse f{\"u}r die Wahl eines nationalen Standortes erlangt haben. Erg{\"a}nzt werden diese durch Sabathil und Tesch, die Erkenntnisse f{\"u}r Standortentscheidungen im internationalen Umfeld liefern. Ankn{\"u}pfend an die Ergebnisse von Tesch, der die Erhaltung der Wettbewerbsf{\"a}higkeit als wesentliches Element einer Standortentscheidung begreift und sich hieraus Unterziele ableiten lassen, werden im Anschluss detailliert Ziele und Motive beschrieben, die mit einer Standortentscheidung einhergehen. Diese bestehen im Wesentlichen in Kosten- und Markterschließungsmotiven. Im Anschluss der Definition von Zielen und Motiven einer Standortentscheidung besteht der n{\"a}chste Schritt in der Beschreibung der Standortfaktoren. Standortfaktoren stellen dabei zentrale Rahmenbedingungen und Entscheidungskriterien f{\"u}r Standorte dar und beeinflussen dabei den Grad der Zielerreichung der Unternehmen. Eine Einteilung erfolgt hier in wirtschaftliche, politisch-rechtliche und sonstige Standortfaktoren. Die Betrachtung der Standortfaktoren muss hierbei in einen Entscheidungsprozess im Rahmen einer Standortwahl eingebunden werden. Der Entscheidungsprozess kann dabei haupts{\"a}chlich in der Definition der Entscheidungstr{\"a}ger und Beteiligten, einer Initiativ- und Konzeptphase, der Bewertung und Entscheidung f{\"u}r einen Standort unterteilt werden. Um die Untersuchung von unternehmerischen Standortentscheidungen in der Praxis einzugrenzen, wurde die Region Mittel- und Osteuropas als beispielhafte Zielregion f{\"u}r Standortentscheidungen ausgew{\"a}hlt. Somit wird im dritten Gliederungspunkt zun{\"a}chst auf die Bedeutung und Relevanz Mittel- und Osteuropas als Standort f{\"u}r Unternehmen eingegangen um im Anschluss ausgew{\"a}hlte Standorte und Branchen in Mittel- und Osteuropa n{\"a}her zu betrachten. Die Beschreibung der Standorte und Branchen stellt gleichzeitig die konkrete Auspr{\"a}gung einiger zuvor beschriebenen Standortfaktoren in Mittel- und Osteuropa dar. Im Detail beinhalten diese Rahmenbedingungen Aspekte der gesamtwirtschaftlichen Situation und der Situation in den Branchen der Bauwirtschaft, Energiewirtschaft und der Zahntechnik. Erg{\"a}nzt werden diese durch Informationen zu Arbeitsmarktbedingungen, Steuern und Investitionsf{\"o}rderungen. Die Begrenzung auf die L{\"a}nder Russland, Bulgarien und Polen, sowie auf spezifische Branchen erfolgt im Hinblick auf die im Anschluss durchgef{\"u}hrte Unternehmensbefragung. Diese L{\"a}nder stellen die Ziell{\"a}nder der befragten Unternehmen dar und die gew{\"a}hlten Branchen stellen diejenigen dar, in denen die betroffenen Unternehmen t{\"a}tig sind. Dies erm{\"o}glicht einen pr{\"a}zisen Abgleich der Theorie und Praxis. Im Anschluss an die theoretischen Ergebnisse der Literaturauswertung folgt eine empirische Unternehmensbefragung zur Ermittlung praktischer Ergebnisse von Standortentscheidungen in Mittel- und Osteuropa. Hier wird zun{\"a}chst einleitend die Methodik beschrieben, welche in der Anwendung des Problemzentrierten Interviews besteht. Anschließend wird auch kurz der Ablauf der Untersuchung skizziert. Unternehmen, die sich f{\"u}r eine Befragung zur Verf{\"u}gung gestellt haben sind hier die Geipel Decken- und Profilsysteme GmbH, Dentalseminar Lorenz GmbH und die Stadtwerke Leipzig GmbH. Erg{\"a}nzt wird dies durch Expertengespr{\"a}che mit der IHK S{\"u}dwestsachen und dem Fraunhofer Zentrum f{\"u}r Mittel- und Osteuropa. Die Ergebnisse der Expertengespr{\"a}che bilden dabei eine Schnittstelle zu den theoretischen Ausf{\"u}hrungen und praxisnahen Fallbeispielen. Sie liefern weitergehende theoretische Erkenntnisse, erste Anhaltspunkte zur praktischen Vorgehensweise und Einsch{\"a}tzungen zu Standortbedingungen in Mittel- und Osteuropa. Um Standortentscheidungen m{\"o}glichst praxisnah darstellen zu k{\"o}nnen, wurde anschließend die Darstellung von Fallbeispielen vorgenommen. Sie beschreiben, neben der Vorstellung des Unternehmens, den gesamten Prozess der jeweiligen Standortentscheidung von den Ausgangsbedingungen, {\"u}ber die Bewertung des Standortes bis hin zu m{\"o}glichen Perspektiven des Standortes. Abgeschlossen wird der Teil durch einen sukzessiven Abgleich der theoretischen Ausf{\"u}hrungen mit den Praxisf{\"a}llen. Dabei werden die Aussagen der theoretischen Arbeiten der Standortbestimmungslehre und der internationalen Standortlehre {\"u}berpr{\"u}ft, die jeweilig verfolgten tats{\"a}chlichen Zielsetzungen der Unternehmen dargestellt, der Standortentscheidungsprozess im Hinblick auf das theoretisch aufgestellte Modell analysiert und die tats{\"a}chliche Bewertung der Rahmenbedingungen gew{\"a}hlten Standortes durch die Unternehmen gezeigt. Abgerundet wird dies durch einen Ausblick, der wesentliche Ergebnisse auff{\"u}hrt und m{\"o}gliche weitere Untersuchungsbereiche vorschl{\"a}gt.}, language = {de} }